Renault trennte sich am 3. August 2009 von Nelson Piquet Jr. und setzte damit jene Entwicklung in Gang, die wenig später die Crashgate-Affäre öffentlich machte. Nach seinem Aus bei dem Team erhob der Brasilianer schwere Vorwürfe gegen Flavio Briatore und belastete anschließend auch Renault-Technikdirektor Pat Symonds im Zusammenhang mit dem Grand Prix von Singapur 2008.
Sportlich stand Piquet Jr. bei Renault zu diesem Zeitpunkt bereits massiv unter Druck. In eineinhalb Jahren hatte er 2008 noch 19 Punkte geholt und mit Platz zwei in Deutschland ein einziges Podium erreicht. 2009 blieb er nach zehn Rennen ohne jeden Punkt, sein bestes Resultat war Rang zehn in Bahrain.
Unmittelbar nach seinem Rauswurf griff Nelson Piquet Jr., Renault-Pilot und Sohn des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Nelson Piquet, seinen früheren Teamchef öffentlich an. „Ein Manager sollte dich ermutigen, unterstützen und dir Chancen geben. In meinem Fall war es das Gegenteil. Flavio Briatore war mein Henker“, erklärte er. Er warf Briatore zudem Einschüchterung vor und sagte, man habe ihm „zahlreiche Male, fünfzehn Minuten vor Qualifyings und Rennen“ gedroht, dass bereits ein anderer Fahrer bereitstehe, falls sein Ergebnis nicht gut genug sei.
Danach wandten sich Piquet Jr. und sein Vater an die FIA mit dem Vorwurf, Briatore und Symonds hätten ihn beim Singapur-Grand-Prix 2008 angewiesen, absichtlich zu crashen, um ein Safety Car auszulösen und so Fernando Alonsos Strategie zu begünstigen. Laut den Berichten soll Piquet Jr. in einer eidesstattlichen Aussage erklärt haben, dass er kurz vor dem Rennen in Briatores Büro einbestellt wurde. Dort habe Symonds ihm anhand einer Streckenkarte die konkrete Kurve und die vorgesehene Runde gezeigt, während Alonso in Runde zwölf nachtanken sollte.
Piquet Jr. sagte demnach aus, er habe den Plan umgesetzt und sein Auto am Ausgang von Kurve 17 durch frühes und hartes Beschleunigen absichtlich außer Kontrolle gebracht. Der Unfall passierte auf Runde 14, das Safety Car kam auf die Strecke und Alonso, der schon vor der Neutralisierung gestoppt hatte, arbeitete sich von Startplatz 15 zum Sieg nach vorn.
Die FIA-Untersuchung bestätigte den Plan nach diesen Vorwürfen. Renault erhielt eine suspendierte Disqualifikation, Briatore wurde auf unbestimmte Zeit von FIA-Veranstaltungen ausgeschlossen und Symonds für fünf Jahre gesperrt. Alonso wurde von jeder Beteiligung entlastet, während Piquet Jr. für seine Aussage Immunität erhielt.
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