Günther Steiner hält Red Bulls Verpflichtung von Gwen Lagrue für den entscheidenden Schritt, um das Juniorprogramm nach Helmut Marko abzusichern. Der frühere Haas-Teamchef lobte den Wechsel des langjährigen Mercedes-Talentscouts als starke Nachfolgelösung, nachdem Red Bull bestätigt hatte, dass Lagrue 2027 in Milton Keynes die Leitung des Nachwuchsprogramms übernehmen wird.
Damit reagiert Red Bull auf die offene Frage, wie die Struktur nach Markos Abgang Ende 2025 weitergeführt werden soll. Gerade deshalb ist der Personalzugang bemerkenswert: Lagrue kommt direkt von Mercedes, wo er sich über mehr als ein Jahrzehnt als eine der angesehensten Figuren in der Fahrerentwicklung etabliert hatte.
Bei Mercedes war Lagrue nach den vorliegenden Angaben mitverantwortlich für die Entwicklung von George Russell und Kimi Antonelli. Für Steiner macht genau das den Reiz der Personalie aus, weil Red Bull damit nicht nur einen Nachfolger gefunden hat, sondern einen Mann, der bereits auf höchstem Niveau bewiesen hat, wie sich Talente identifizieren und aufbauen lassen.
Steiner sagte im Podcast The Red Flags, er sei "ziemlich überrascht gewesen, dass er Mercedes verlässt". Red Bull müsse ihm "ein sehr gutes Angebot gemacht haben, weil er dort ein gutes Verhältnis zu den Leuten hatte", sagte er weiter.
Noch wichtiger als der Überraschungseffekt ist für Steiner jedoch Lagrues fachliches Profil. Im selben Podcast sagte der frühere Haas-Teamchef, Lagrue sei sehr stark darin, Talente zu erkennen und zu verstehen, "was in allen Rennserien los ist". Er mache diesen Job länger als jeder andere und habe deshalb den Vorteil, genau zu wissen, wonach er suche. Deshalb sei es "absolut ein sehr guter Schachzug von Laurent Mekies" gewesen, ihn mit Blick auf die Zukunft zu Red Bull zu holen.
Diese Zukunft ist für Red Bull sportlich besonders wichtig, weil das Juniorprogramm über Jahre ein zentraler Baustein des eigenen Modells war. Aus dieser Struktur kamen laut den vorliegenden Angaben Formel-1-Fahrer wie Max Verstappen, Carlos Sainz, Alex Albon, Pierre Gasly, Yuki Tsunoda, Liam Lawson, Isack Hadjar und Arvid Lindblad. Wenn Lagrue diese Pipeline auf ähnlichem Niveau weiterführen kann, hätte Red Bull die wohl wichtigste Frage nach Markos Ära frühzeitig beantwortet.
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