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FIA verteidigt 2026er F1-Regeln gegen Fahrer-Kritik

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Die FIA hat die Hauptprobleme der Formel-1-Regeln für 2026 nach eigenen Angaben schon seit 2022 kommen sehen, konnte entscheidende Korrekturen vor dem Saisonstart aber nicht durchsetzen, weil dafür die Zustimmung von FIA, Formula One Management und vier von fünf Power-Unit-Herstellern nötig war.

Nikolas Tombazis, Einsitzer-Direktor der FIA, sagte gegenüber The Race, die Behörde habe „viele dieser Dinge“ bereits „in den zwei Jahren vor dem Start der Saison“ vorausgesehen und versucht gegenzusteuern. „Aber wir sind am damaligen Governance-System gescheitert“, sagte er. Deshalb sei die scharfe Reaktion aus dem Fahrerlager „realistischerweise zu erwarten“ gewesen.

Im Kern verweist die FIA auf eine Struktur, die eingerichtet wurde, um die Interessen bestehender und neuer Hersteller zu schützen. Dazu gehörte ein Power Unit Advisory Committee, das bei größeren Regeländerungen eine breite Zustimmung verlangte. Tombazis zufolge war genau das das Problem: Für die gewünschten Anpassungen brauchte es die Unterstützung von vier der fünf beteiligten Hersteller, doch „ganz einfach haben vier von ihnen in den Jahren, in denen wir über Anpassungen gesprochen haben, nicht zugestimmt“.

Tombazis verteidigte diese Hürde grundsätzlich mit dem Verweis auf Fairness gegenüber Neueinsteigern wie Audi. Ein Hersteller, der noch nicht in der Formel 1 aktiv sei, könne nicht einfach argumentieren, er dürfe deshalb ein Vielfaches mehr ausgeben als die Konkurrenz. Gleichzeitig räumte er ein, dass genau dieses System die FIA daran hinderte, frühzeitig allein einzugreifen.

Besonders nach energieintensiven Rennen wie Spa-Francorchamps eskalierte die Kritik der Fahrer an den 2026er Regeln. Carlos Sainz, Direktor der Grand Prix Drivers’ Association, sagte, wer die Simulationen aus 2022 und 2023 gesehen und trotzdem akzeptiert habe, müsse sich fragen, „was dort passiert ist, denn das hätte nie passieren dürfen“. Lewis Hamilton legte nach: „Ich weiß nicht, wer diese Entscheidung getroffen hat, aber wer auch immer es war, hat seinen Job immer noch.“

Tombazis widersprach dem Vorwurf, die FIA habe die Probleme unterschätzt. Er sagte, man habe schon früh gewusst, dass die Ausrichtung auf die nominelle 50:50-Aufteilung zwischen Verbrenner- und elektrischer Leistung schwierig werden würde. Als die Saison dann lief und die Schwächen offen zutage traten, reagierte die Formel 1 erst ab dem Miami Grand Prix mit Sofortmaßnahmen zum Energiemanagement.

Dazu kam ein abgestimmter Entwicklungsplan für die nächsten Jahre. Die aktuelle Aufteilung soll dabei schrittweise zugunsten des Verbrenners verändert werden, zunächst auf 58:42 im Jahr 2027 und dann auf 60:40 im Jahr 2028. Tombazis nannte es „ein bisschen schade“, dass man damit bis zu den Gesprächen im Mai habe warten müssen. Idealerweise, sagte er, hätte man diese Änderungen „ein paar Jahre früher“ beschlossen und sich einen großen Teil der Debatte erspart.

Trotz der anhaltenden Kontroverse verteidigte Tombazis den sportlichen Wert der Saison. „Die meisten Rennen waren ziemlich spannend“, sagte er. Es habe „ziemlich viele Kämpfe“ gegeben, und obwohl ein Hersteller einen klaren Vorteil habe und Mercedes die meisten Siege geholt habe, seien die Grands Prix mit vielen Positionswechseln dennoch attraktiv geblieben. Genau dieser Spagat zwischen technischer Korrektur und sportlicher Show erklärt nun, warum die FIA ihre 2026er Regeln nicht fallen lässt, sondern erst für 2027 und 2028 grundlegend nachschärft.

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