© Jonathan Borba

Audi verschiebt große Motor-Updates auf 2027

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Audi wird in der Formel-1-Saison 2026 keine bedeutende weitere Power-Unit-Weiterentwicklung mehr bringen und verschiebt die größeren Hardware-Schritte bewusst auf 2027, obwohl das Werksteam zuletzt sportlich klar im Aufwind war.

Renndirektor Allan McNish erklärte am Hungaroring, dass die Entscheidung vor allem mit Prioritäten bei Budget und Ressourcen zusammenhängt. Die Teams müssten den „trade-off between when you're bringing upgrades – chassis and PU – and also where you spend your money“ managen, sagte McNish. „You can't spend everything at one time, because then you don't have anything to fight with later“, fügte er hinzu. Deshalb gehe es um „a managed expectation, and not just over one season, but multiple seasons as well“.

Audi hatte über das FIA-System für zusätzliche Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten bereits in Barcelona eine kleine Anpassung am Antrieb gebracht. McNish sprach von einer „small adaption“, Nico Hülkenberg beschrieb deren Wirkung später vor allem bei der Fahrbarkeit. Es gehe darum, wie die Power Unit auf Pedalbefehle reagiere, wie gleichmäßig das Drehmoment abgegeben werde und wie sauber auch die Schaltvorgänge ausfielen. Gerade bei einem limitierenden Auto seien solche Feinheiten wichtig. Den großen Schritt erwartet Audi daraus aber nicht mehr in diesem Jahr. „The bigger parts are for 2027“, sagte McNish, und bis dahin werde man „nothing big on the power unit“ sehen.

Bemerkenswert ist dieser Kurs, weil Audi die erste Saisonhälfte trotz des bekannten Motornachteils sportlich deutlich stabilisiert hat. Nach sieben punktlosen Wochenenden in Serie nach Australien gelangen zuletzt in Silverstone, Belgien und Ungarn drei Top-10-Resultate nacheinander. In Budapest wurde Nico Hülkenberg Neunter und sicherte damit den dritten Audi-Punkteerfolg in Folge. Mit nun 12 Zählern zog das Team in der Konstrukteurswertung auf Rang acht an Williams vorbei, das bei 11 Punkten steht.

McNish hatte bereits in Spa von einem insgesamt „pretty quick overall“ auftretenden Auto gesprochen. Nach einem schwierigen Saisonbeginn mit Zuverlässigkeitsproblemen habe Audi vor allem seit Kanada mehr Kontrolle gewonnen und seit Monaco regelmäßig an den Punkten angeklopft. Silverstone wertete er als Wendepunkt, weil das Team dort besser verstanden habe, wie sich die Leistung aus dem Auto herausholen lasse.

Gerade deshalb wirkt der Verzicht auf eine kurzfristige Motor-Offensive wie eine bewusste Abwägung. Denn nach Ansicht von Teamchef Mattia Binotto ist Audi auf der Chassis-Seite bereits deutlich weiter. „Wir liegen im Zeitplan, den wir uns gesetzt haben, und gemessen an den bisher definierten Zielen entwickelt sich alles wie erwartet“, sagte Binotto. Beim Chassis sei Audi bereits „die viert- oder fünftstärkste Kraft“ im Feld, der größte Rückstand liege aber weiter beim Motor.

Für den Rest der Saison bedeutet das, dass Audi seine Fortschritte vor allem über Chassis-, Aero- und operative Verbesserungen suchen will. McNish sagte, das Team werde sich in der zweiten Saisonhälfte weiterentwickeln, doch beim Antrieb sei das ein Thema für 2027, weil es dabei „more hardware than anything“ gehe und solche Änderungen nicht schnell umzusetzen seien.

Damit ordnet Audi 2026 klar in einen längeren Aufbauplan ein. McNish beschrieb 2026 und 2027 sinngemäß als Jahre, in denen das Team Abläufe schärft, Effizienz aufbaut und seine Basis festigt. Der Abstand zu den vier Topteams sei noch groß, sagte er, doch nach erst elf absolvierten Rennen sei das eine „recht gute Ausgangsposition“. Binotto verknüpfte das mit dem offiziellen Ziel, Audi bis 2030 in eine Position für den WM-Kampf zu bringen.

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