Max Verstappen hat seinen Vertrag bei Red Bull bis Ende 2030 verlängert und damit die Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied vom Team oder sogar aus der Formel 1 beendet.
Red Bull gab die zweijährige Verlängerung vor Verstappens Heimrennen in Zandvoort bekannt. Sein bisheriger Vertrag lief bereits bis Ende 2028, doch leistungsbezogene Klauseln hatten zuletzt immer wieder Raum für Spekulationen über einen früheren Ausstieg gelassen. Gerade deshalb ist die neue Vereinbarung ein deutliches Signal in einer Phase, in der Red Bull sportlich nicht mehr die frühere Dominanz ausstrahlt.
Bemerkenswert ist dabei, dass für Verstappen nicht in erster Linie ein Teamwechsel die große Frage war. Am Donnerstag in Zandvoort sagte der viermalige Weltmeister, er sei "näher am Rücktritt als an einem Teamwechsel" gewesen. Nach den ersten Rennen habe er Laurent Mekies sogar gesagt: "Komm nicht mit irgendwelchen Fragen über die Zukunft zu mir, weil ich nicht einmal wusste, ob ich bleiben will."
Dass er nun doch langfristig unterschrieben hat, begründet Verstappen vor allem mit seinem Vertrauen in das Projekt und in die Menschen bei Red Bull. In der Teammitteilung sagte der Red-Bull-Pilot, er freue sich "wirklich sehr über die Vertragsverlängerung". Man habe "die besten Leute" und er freue sich darauf, "weiter mit allen zusammenzuarbeiten, um wieder an die Spitze zurückzukehren". Über seine Bindung an das Team sagte er, Red Bull sei "wie eine zweite Familie für mich und ich fühle mich sehr zu Hause".
Ein zentraler Faktor war dabei offenbar Mekies, der Christian Horner im vergangenen Jahr als Teamchef ablöste. Verstappen lobte die Zusammenarbeit mit ihm ausdrücklich: "Mit Laurent nun seit über einem Jahr zusammenzuarbeiten, war ebenfalls großartig. Ich sehe eine klare Vision, die er für das Team hat." Damit stellte Verstappen seine Entscheidung auch als Vertrauensbeweis in den Neuaufbau in Milton Keynes dar.
Das ist deshalb relevant, weil sich Red Bull seit Verstappens letzter großer Vertragsbindung stark verändert hat. Aus den Berichten geht hervor, dass mehrere prägende Figuren das Team verlassen haben, darunter Christian Horner und Adrian Newey. Trotzdem sagte Verstappen, der Glaube an die neue Richtung sei intakt: "Jeder in Milton Keynes glaubt an das, was wir aufbauen." Statt die Umbrüche als Grund zum Gehen zu sehen, hat er sie nun mit einer langfristigen Zusage beantwortet.
Ganz verschwunden sind seine Zweifel an der aktuellen Formel 1 damit aber nicht. Verstappen machte deutlich, dass ihn die gegenwärtigen Regeln weiter nicht vollständig überzeugen. Er sagte jedoch, Gespräche mit der Formel 1 und der FIA seien ein wichtiger Punkt gewesen und der Sport arbeite "langsam auf etwas hin, das immer besser wird". Er habe sich "angepasst" und "die Situation akzeptiert" und versuche nun, das Beste daraus zu machen.
Gerade deshalb hat die Laufzeit bis 2030 Gewicht. Sie bindet Verstappen an Red Bull für den aktuellen Regelzyklus, ohne die Frage darüber hinaus endgültig zu schließen. Er sagte selbst, das Jahr 2030 öffne "vielleicht wieder die Tür, wenn möglicherweise die V8 kommen, sich das dann noch einmal anzuschauen". Für Red Bull ist die Verlängerung damit sofortige Stabilität in einer unruhigen Phase. Für Verstappen ist sie ein Bekenntnis auf Zeit, solange der Weg zurück an die Spitze und die Richtung der Formel 1 für ihn stimmen.
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