Formel-1-CEO Stefano Domenicali lässt sich von der Kritik technikaffiner Fans und Fahrer an den 2026er-Regeln nicht beirren und verweist auf den schnellen Ticketverkauf für den Malaysia-GP als Beleg für die anhaltende Stärke der Serie. Für das Rennen Anfang Oktober in Sepang seien die Tribünen bereits wenige Wochen nach Verkaufsstart ausverkauft gewesen, außerdem seien 1.500 Paddock-Club-Tickets verkauft worden. Das bezeichnete Domenicali als beispiellos.
Die Aussagen sind seine Antwort auf die Debatte, die er in der Sommerpause ausgelöst hatte. Damals hatte er erklärt, die „überwiegende Mehrheit“ der Formel-1-Fans interessiere sich nicht für technische Details. Gerade diese Einschätzung stieß online auf deutliche Gegenwehr, weil die neuen Regeln für die Antriebseinheiten und das Energiemanagement technische Fragen stärker in den Mittelpunkt rücken.
Viele Fans betonten, dass genau diese Seite der Formel 1 für sie ein wesentlicher Teil des Sports sei. Die Skepsis beschränkt sich dabei nicht auf soziale Medien: Auch Fernando Alonso und Max Verstappen haben die neuen Antriebsregeln kritisiert. Die breit geäußerte Unzufriedenheit trug zudem dazu bei, dass Regeländerungen für die kommenden zwei Saisons geplant sind.
Domenicali, Formel-1-CEO, hält die besonders lauten Reaktionen im Netz dennoch nicht für ein vollständiges Abbild der gesamten Zuschauerschaft. „In den sozialen Medien hört man sehr oft nur die negativen Geschichten. Wir sehen und hören sehr unterschiedliche Dinge“, sagte er im Interview mit De Telegraaf.
Der Ausverkauf in Sepang dient ihm dabei als wichtigster Gegenbeleg. Während sich die Kritik vor allem an der steigenden Komplexität des künftigen technischen Reglements entzündet, sieht Domenicali in der Nachfrage nach Tickets einen Hinweis darauf, dass die Formel 1 auch weit über den Kreis langjähriger Technikfans hinaus wächst.
Seine umstrittene Sicht auf diese unterschiedliche Wahrnehmung erklärte er erneut mit einem Vergleich aus dem Sprachgebrauch der neuen Regeln. „Es gibt eingefleischte Motorsportfans, die an einem Formel-1-Wochenende über ‚Clipping‘ sprechen, aber es wird auch viele geben, die bei einem Clip an etwas denken, das man sich ins Haar steckt“, sagte Domenicali.
Damit bleibt der Konflikt zwischen den Anhängern, die eine verständliche und technisch überzeugende neue Formel 1 fordern, und der Führung der Serie bestehen. Die für die nächsten beiden Saisons vorgesehenen Anpassungen werden darüber entscheiden, ob die Kritik an Energiemanagement und Antriebsregeln auf der Strecke abnimmt, während die Formel 1 ihr wachsendes breites Publikum halten will.
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