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Carlos Sainz enthüllt Williams’ Qualitätsproblem

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Carlos Sainz hat nach seiner Vertragsverlängerung die Teilequalität bei Williams als größere Schwäche als das Übergewicht des FW48 bezeichnet. Der Spanier sagt, dass angeblich identische Komponenten nicht zuverlässig dieselbe Wirkung erzeugen. Damit fehlt dem Team eine grundlegende Voraussetzung, um das Verhalten seines Autos zu verstehen und die Entwicklung unter dem neuen Formel-1-Reglement zielgerichtet voranzutreiben.

Besonders deutlich wird das Problem laut Sainz bei den Unterböden. Williams verfüge über mehrere Exemplare derselben Spezifikation, doch deren Verhalten auf der Strecke sei nicht identisch. „Wir haben mehr Unterböden wie den, den wir benutzen, wir haben viele dieser Versionen, es ist nur so, dass jeder Unterboden ein bisschen macht, was er will“, sagte Sainz im Umfeld eines schwierigen Wochenendes in Zandvoort.

Für die Ingenieure macht diese Streuung jede Analyse komplizierter. Wenn ein Bauteilwechsel nicht reproduzierbar denselben Effekt liefert, lässt sich kaum eindeutig beurteilen, ob eine Veränderung am Fahrzeugkonzept funktioniert oder ob ein einzelnes Teil das Ergebnis verfälscht. Sainz zufolge können Änderungen deshalb unerwartete Folgen haben, im schlimmsten Fall sogar das Gegenteil dessen bewirken, was Williams beabsichtigt hatte.

„Die Qualität und die Produktionskontrolle der Teile sind eine unserer größten Schwächen als Team“, sagte der Williams-Fahrer. „Mehr noch als das Gewichtsproblem“ müsse die Mannschaft ihre Probleme bei der Qualitätskontrolle lösen. Sainz sprach von „Geistern der Vergangenheit“, die Williams beseitigen müsse, weil sie dem Team an Rennwochenenden weiterhin Schwierigkeiten bereiteten.

Das Übergewicht des Autos bleibt dennoch Teil eines enttäuschenden Saisonbeginns. Williams hatte den privaten Test in Barcelona verpasst und war mit einem zu schweren Fahrzeug zum Vorsaisontest in Bahrain gereist. In der ersten Saison der neuen Regelära ist das Team bislang höchstens im unteren Mittelfeld angekommen, obwohl die Erwartungen vor 2026 deutlich höher gewesen waren.

Sainz sieht in der unklaren Datenlage jedoch ein noch tieferes Problem als im reinen Fahrzeuggewicht. Ein Team kann Gewicht reduzieren oder einzelne Schwachstellen aerodynamisch angehen. Schwieriger wird es, wenn die Grundlage für jeden Vergleich fehlt: Teile, die nach derselben Vorgabe produziert wurden, dürfen nicht unterschiedliche Fahrzeugreaktionen auslösen. Sonst bleibt offen, ob ein Fortschritt tatsächlich vom neuen Konzept kommt oder lediglich auf Abweichungen in der Fertigung beruht.

Diese Erkenntnis ist für Williams vor allem mit Blick auf den FW49 entscheidend. Sainz sagte, das Team könne das neue Auto nicht „blind“ konzipieren, selbst wenn ein Konzeptwechsel notwendig sei. Zunächst müsse Williams den ersten Wagen dieser Regelära verstehen und die Ursachen für seine inkonstanten Reaktionen identifizieren.

Kurzfristig setzt Sainz die sportliche Messlatte entsprechend niedrig. Williams kämpfe derzeit ehrlich gesagt um die Plätze 15 bis 17, sagte er. Statt sich allein auf diese Resultate zu fixieren, konzentriere sich das Team auf Lernen, Investitionen und Tests, damit die Produktion und die technische Entwicklung für 2027 verlässlicher funktionieren.

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