© Eterna

Sainz setzt Williams-Ziele nach Barcelona zurück

Carlos Sainz hat die Erwartungen an Williams für die Formel-1-Saison 2026 nach dem Grand Prix von Spanien deutlich zurückgesetzt und eingeräumt, dass der FW48 in schnellen Kurven viel weiter vom Soll entfernt ist als erhofft.

Barcelona habe als schonungslose Standortbestimmung offengelegt, wo Williams wirklich steht. Nach Startplatz 16 und Rang 12 im Rennen beschrieb Sainz die Strecke in Montmeló als verlässlichen Maßstab für die Gesamtleistung des Autos. Dort lag Williams nach seinen Angaben zwischen 1,6 und 1,9 Sekunden hinter den Spitzenreitern und fast sechs bis sieben Zehntel hinter dem ersten Mittelfeldauto.

Carlos Sainz, Williams-Pilot, sagte bei der offiziellen Präsentation des Madring, dass der Saisonstart im Grunde zu einer Aufholphase nach einem schwierigen Winter geworden sei. „Wir haben den Beginn des ersten Saisondrittels praktisch damit verbracht, uns von dem zu erholen, was wir in diesem Winter durchgemacht haben. Es bleibt ein zweites Drittel, in dem wir Zeit und Ressourcen investieren müssen, um im letzten Drittel dort bereit zu sein, wo Williams vom Start an hätte sein müssen. Ich vertraue auf das letzte Saisondrittel, aber es bleibt noch viel Arbeit.“

Das Kernproblem sieht Sainz vor allem in zwei Bereichen: im Übergewicht des Autos und, noch wichtiger, beim fehlenden aerodynamischen Abtrieb in mittelschnellen und schnellen Kurven. Der FW48 startete laut Sainz mit fast 30 Kilogramm Übergewicht ins Jahr. Dadurch musste das Team früh Ressourcen darauf verwenden, grundlegende Schwächen zu beheben, statt gezielt reine Performance zu suchen.

Gerade deshalb wog das Barcelona-Wochenende so schwer. Nach punkteträchtigen Rennen in Miami, Kanada und Monaco zeigte eine Strecke, die komplette Fahrzeugleistung offenlegt, die Grenzen des Pakets besonders klar auf. Sainz sagte, Williams liege „sehr weit von dort entfernt, wo wir sein sollten, wo wir sein wollten und wo wir sein möchten“.

Trotz dieser ernüchternden Bilanz sieht Sainz die Saison nicht als verloren an. Seine öffentliche Einteilung in drei Phasen macht aber klar, dass er kurzfristig keine Wende erwartet, sondern erst nach weiterer Entwicklungsarbeit im mittleren Saisondrittel. Der Spanier geht davon aus, dass der Williams im letzten Drittel „viel besser“ sein sollte als heute.

Für größere Ziele bremste er dennoch die Erwartungen. Selbst mit Fortschritten bis zum Saisonende sei der Abstand zu den Topteams derzeit zu groß, um realistisch über Podestplätze zu sprechen. Die wichtigste Konsequenz aus Barcelona ist damit weniger ein einzelnes schlechtes Resultat als die Erkenntnis, dass Williams seine 2026er Saison erst stabilisieren muss, bevor es überhaupt wieder in Reichweite der eigenen Ansprüche kommen kann.