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Ferrari soll laut Villeneuve voll auf Hamilton setzen

Nach Lewis Hamiltons Sieg in Barcelona und dem Rückstand von nur noch 41 Punkten auf WM-Spitzenreiter Andrea Kimi Antonelli sagt Jacques Villeneuve, Ferrari müsse im Titelkampf 2026 jetzt klar auf Hamilton setzen.

Der Weltmeister von 1997 begründete das bei Sky Sports und im Podcast The F1 Show vor allem mit der Lage in der Fahrerwertung. Hamilton ist Zweiter und deutlich näher an Antonelli dran, während Charles Leclerc nach zwei Ausfällen in Folge in Monaco und Barcelona nur Vierter ist und innerhalb des Teams bereits klar zurückliegt. Für Villeneuve ist damit die Rollenverteilung bei Ferrari eigentlich entschieden.

"Lewis weiß, wie man gewinnt, und er weiß, was es dafür braucht. Und wenn er seine Chance wittert, kennt er keine Gnade", sagte Jacques Villeneuve, Formel-1-Weltmeister von 1997, bei The F1 Show. "Ferrari muss sich auf Lewis konzentrieren, wenn es auch nur eine kleine Chance auf den Titel haben will. Die Entscheidung ist leicht, weil Leclerc in der Meisterschaft ziemlich weit zurückliegt."

Gerade das macht die Lage in Maranello heikel. Leclerc wurde erst vor kurzem mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet und galt lange als sportliches Fundament der Zukunft. Jetzt ist es aber Hamilton, der die Punkte liefert und Ferrari nach vorn bringt. Villeneuve sieht deshalb einen internen Konflikt aufziehen, falls das Team den Angriff auf Mercedes ernsthaft durchziehen will.

Hamiltons Formkurve gibt dieser Sicht zusätzlich Gewicht. In Barcelona holte er seinen ersten Ferrari-Sieg und vollendete damit eine Serie von drei Podestplätzen in Folge. Während auf Hamiltons Seite der Aufwärtstrend immer klarer wird, hat Leclerc mit den beiden Nullnummern in Monaco und Barcelona entscheidend an Boden verloren.

Villeneuve ging noch weiter und stellte Leclercs Stellung im Team grundsätzlich infrage. Er sagte, Leclerc habe Zeit gehabt, sich Ferrari um sich herum aufzubauen, habe das aber nicht getan. Hamilton dagegen habe sich das Auto und das Team inzwischen zu eigen gemacht. "In dem Moment, in dem Lewis aufgewacht ist, in dem Moment, in dem Lewis sich dieses Auto und dieses Team zu eigen gemacht hat und voll angreift, ist Leclerc darauf nicht vorbereitet", sagte Villeneuve.

Für Ferrari läuft die Frage damit nicht mehr nur darauf hinaus, welcher Fahrer intern die größere Zukunft hat, sondern welcher 2026 überhaupt noch eine realistische Titelchance bietet. Nach Villeneuves Einschätzung ist das nur noch Hamilton.