Esteban Ocon hat neue Spekulationen über seine Zukunft bei Haas mit einem klaren Verweis auf seine Rolle in der Entwicklungsarbeit beantwortet und zugleich einen Zwist mit Teamchef Ayao Komatsu zurückgewiesen. Im Gespräch mit Motorsport Week sagte Ocon, seine Hauptaufgabe bestehe darin, die dringendsten Schwächen des Teams zu identifizieren und darauf zu drängen, dass sie so schnell wie möglich behoben werden.
„Ich habe das Gefühl, dass es meine Aufgabe ist, genau aufzuzeigen, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen, und diese Punkte wirklich so schnell wie möglich voranzutreiben“, sagte Esteban Ocon, Haas-Pilot, Motorsport Week. In der Formel 1 seien manche Themen klar priorisiert, andere nicht, fügte er hinzu, doch worüber intern gesprochen werde, „ist sehr wichtig und muss ziemlich schnell gelöst werden“.
Damit stellte Ocon seinen Wert für Haas ausdrücklich nicht nur über das Tempo im Auto dar, sondern über Erfahrung und Orientierung in einem Team, das seine Ressourcen gezielt einsetzen muss. Er erklärte, Komatsu helfe dabei maßgeblich, weil beide bei Problemen schnell zu einer Schlussfolgerung kommen müssten, um noch bis zum nächsten Rennen reagieren zu können.
Ocon machte zugleich deutlich, dass nicht jedes Problem kurzfristig verschwindet. Seit seinem Wechsel zu Haas habe das Team zwar bereits viele Dinge schnell korrigieren können, sagte er, doch es gebe weiter grundlegende Baustellen, die deutlich mehr Zeit und Ressourcen verlangten. Genau dort sehe er seine Aufgabe: festzulegen, was Priorität hat, und diese Themen voranzutreiben.
Seine Aussagen fallen in eine Phase erneuter Gerüchte um seinen Platz im Team. Bereits vor dem Grand Prix von Kanada sahen sich Ocon und Komatsu gezwungen, Berichte über Spannungen innerhalb von Haas öffentlich zurückzuweisen. Danach nahmen die Spekulationen rund um Barcelona wieder zu, als bekannt wurde, dass Rafael Camara und Leonardo Fornaroli für Haas testen sollen.
Ocon nutzte das Interview auch, um die enge Zusammenarbeit mit Komatsu zu betonen. Er lobte dessen technischen Hintergrund und sagte, es sei „sehr positiv“, jemanden an der Spitze zu haben, der verstehe, was ein Team in allen Bereichen brauche. Weil Komatsu zuvor als leitender Ingenieur gearbeitet habe, könne er viele Diskussionen aus einer breiten Perspektive bewerten und besser einschätzen, wo sich Aufwand am meisten lohne.
Diese Vertrauensbasis reicht laut Ocon bis ins Jahr 2014 zurück, als beide erstmals in der Formel 1 zusammenarbeiteten. Ocon sagte, Komatsu sei auch einer der ersten Menschen gewesen, die ihn kontaktierten, als die Gespräche über einen Wechsel zu Haas begannen. „Das zeigt die Unterstützung, die ich von Ayao bekomme“, sagte er. Gerade in einem Moment, in dem sein Cockpit öffentlich infrage gestellt wird, präsentierte sich Ocon damit als Fahrer, dessen Bedeutung für Haas weit über Renntage hinausgeht.
© Eterna