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Mercedes bot Verstappen wohl an, sagt Schumacher

Ralf Schumacher sagt, Mercedes habe Max Verstappen im Hintergrund ein Angebot gemacht, doch der Red-Bull-Pilot habe es wegen unattraktiver finanzieller Konditionen nicht angenommen. Im Podcast Backstage Boxengasse schilderte Schumacher den Vorgang als reale Kontaktaufnahme, die am Ende aber „finanziell so schlecht“ gewesen sei, dass sie „sowieso keine Option“ gewesen sei.

Schumacher grenzte die möglichen Ziele in seinen Aussagen stark ein. „Es gibt im Moment keinen Platz bei Ferrari“, sagte der frühere Formel-1-Fahrer im Podcast. Zu Mercedes fügte er hinzu: „Und bei Mercedes hört man, dass Wolff ihm hinter den Kulissen ein Angebot gemacht hat.“ Damit nannte er Mercedes als einziges konkretes Team, das er in diesem Zusammenhang mit Verstappen verband.

Brisant wurde Schumachers Darstellung durch seine Deutung der Offerte. Er glaubt nicht, dass Mercedes Verstappen um jeden Preis holen wollte. Vielmehr sei das schwache Angebot bewusst so gestaltet worden. „Ich glaube, das ist Absicht“, sagte Schumacher und stellte die Frage, warum Toto Wolff den „teuren Max Verstappen“ neben Kimi Antonelli setzen sollte, wenn sich der junge Italiener wie erhofft entwickelt.

Für Schumacher liegt der Kern des Problems in der Teamdynamik. Mit Verstappen und Antonelli hätte Mercedes aus seiner Sicht zwei Fahrer, die teamintern gegeneinander kämpfen würden. Er verwies dabei auf Wolffs Erfahrungen aus der Zeit mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Vor allem, so Schumacher, würde ein solcher Schritt Antonellis Position gefährden und damit wenig Sinn ergeben.

Genau deshalb ist die Behauptung mehr als nur ein weiteres Transfergerücht. Sie zeichnet Mercedes nicht als Team, das den Marktführer Verstappen kompromisslos jagt, sondern als Mannschaft, die ihre Zukunft womöglich bereits auf Antonelli ausrichtet. Das passt zu der sportlichen Lage, die in den Zusammenfassungen beschrieben wird: Mercedes hat sechs der ersten sieben Rennen gewonnen und ist an die Spitze der Formel 1 zurückgekehrt, während Antonelli in seiner zweiten Saison bereits als Titelkandidat gilt.

Vor diesem Hintergrund wäre ein Verstappen-Deal für Mercedes kein einfacher Prestigezug, sondern ein Eingriff in ein funktionierendes Projekt. Dass Wolff Verstappen schon im vergangenen Jahr öffentlich umworben haben soll und Verstappen seit längerem mit einem möglichen Abschied von Red Bull in Verbindung gebracht wird, verleiht Schumachers Aussage zusätzlich Gewicht. Wenn seine Darstellung stimmt, war die entscheidende Botschaft des Angebots nicht, dass Mercedes Verstappen unbedingt wollte, sondern dass das Team seine Optionen prüfte, ohne Antonellis Aufstieg zu gefährden.