Audi setzt Paul Aron beim Österreich-Grand-Prix erneut im ersten Training ein: Der Alpine-Reservefahrer übernimmt in Spielberg den Wagen von Gabriel Bortoleto und bekommt damit nach seinem starken Auftritt in Barcelona seine zweite FP1-Chance für das Team in dieser Saison.
Der Este hatte sich bei seinem bisherigen Einsatz für Audi in diesem Jahr nachdrücklich empfohlen. In Barcelona ersetzte er im ersten freien Training Nico Hülkenberg, wurde als Sechster gewertet und war auf seiner schnellsten Runde 0,9 Sekunden schneller als Bortoleto.
Damit setzt sich auch die ungewöhnliche teamübergreifende Konstellation um Aron fort. Der frühere Mercedes-Junior wurde bereits im vergangenen Jahr für Trainingseinsätze an Sauber, heute Audi, ausgeliehen und fuhr damals seine ersten beiden FP1-Sessions in Großbritannien und Ungarn.
Dass Aron trotz solcher Auftritte weiter auf ein Stammcockpit wartet, hat zuletzt auch Juan Pablo Montoya aufgegriffen. Der frühere Formel-1-Fahrer sagte in seinem Podcast „MontoyAS“: „Paul Aron ist für die Formel 1 besser geeignet als viele der Fahrer, die aktuell in der Formel 1 fahren.“ Montoya verwies dabei auch auf Arons Formel-2-Saison 2024, in der er mit Gabriel Bortoleto im Titelkampf stand, obwohl er aus seiner Sicht im unterlegenen Material saß.
Für Montoya liegt das Problem nicht beim Tempo des 21-Jährigen, sondern am Geld. „Der Grund, warum Paul Aron nicht in der Formel 1 fährt, ist, dass er nicht 15 oder 20 Millionen Dollar oder Euro mitbringen kann“, sagte er. Das sei „die Realität der Formel 1“, in der nicht allein die Leistung über eine Renngelegenheit entscheide.
Für Aron ist der Einsatz in Spielberg deshalb mehr als nur eine weitere Pflichtsession für Audi. Das Team ist 2026 das einzige im Feld ohne offiziellen Reservefahrer, und nach den Formel-1-Regeln müssen sowohl Hülkenberg als auch Bortoleto im weiteren Saisonverlauf noch je eine zusätzliche Rookie-FP1 abgeben. Aron bleibt damit bei Audi sichtbar, während er weiter auf die volle Chance in der Formel 1 wartet.
© Jonathan Borba