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Aston Martin setzt in Ungarn alles auf den AMR26B

Aston Martin bringt zum Grand Prix von Ungarn sein bisher größtes Update-Paket der Saison 2026 und macht den Hungaroring damit zum entscheidenden Test dafür, ob die Grundprobleme des AMR26 auf Chassis-Seite überhaupt noch in den Griff zu bekommen sind.

Lance Stroll, Aston-Martin-Pilot, beschrieb das Paket in Spa als praktisch ein „B-Auto“. Es umfasst nach seinen Angaben unter anderem ein leichteres Chassis und ein neues Getriebe, die beide erneut FIA-Homologationstests durchlaufen mussten. Das Motor-Update von Honda folgt dagegen erst nach der Sommerpause in Zandvoort, weshalb Ungarn für das Team vor allem als reiner Maßstab für die Qualität des Autos gilt.

Stroll formulierte die Lage des aktuellen Autos ungewöhnlich schonungslos. „Im Moment, ja, war es wirklich ziemlich schrecklich. Es gibt nichts Gutes, nichts, was wir an unserem Auto mögen, keine Stärken, also können wir uns nur verbessern“, sagte er.

Seine Kritik zielt auf grundlegende Fahreigenschaften. Stroll sprach von Instabilität beim Einlenken und Bremsen in mittelschnellen bis langsamen Kurven. In schnellen Passagen verliere der Wagen dann plötzlich Abtrieb, wenn Vorderflügel und Unterboden aerodynamisch abrupt an Wirkung einbüßen und das Auto schlagartig den Grip verliert. Er erklärte auch, dass sich manche dieser Verluste selbst mit den gesammelten Drucksensor-Daten nur schwer eindeutig zurückverfolgen lassen, weshalb die Rückmeldung des Fahrers an die Ingenieure in Silverstone besonders wichtig sei.

Entscheidend ist aus seiner Sicht, dass Aston Martin zwei verschiedene Probleme voneinander trennen muss. Dem Team fehle zwar auch Leistung, doch der Hungaroring sei kein Kurs, auf dem das allein die Geschichte erzähle. Stroll erwartet dort vor allem Antworten auf Fragen nach Balance, Fahrbarkeit und Abtrieb. „Ich denke, Ungarn ist ein guter Test. Es ist keine Strecke, die sehr leistungssensibel ist, es ist eine Chassis-Strecke, also ist das der Test“, sagte er. „Wenn wir in Ungarn immer noch sehr langsam sind, dann wird die Leistung, die in Zandvoort kommt, nicht all unsere Probleme lösen.“

Genau deshalb misst Aston Martin dem Wochenende vor der Sommerpause so viel Bedeutung bei. Stroll sagte, das Ziel sei nicht nur mehr Downforce, sondern auch, die seit langem vorhandenen schlechten aerodynamischen Eigenschaften zu korrigieren und ein ausgewogeneres, besser fahrbares Auto zu bekommen. Sollte der Wagen in Budapest deutlich konkurrenzfähiger sein, wäre das für ihn ein positives Signal für den Rest der Saison.

Wie dringend dieser Umschwung gebraucht wird, zeigte Spa noch einmal deutlich. Aston Martin lag dort im Qualifying mit beiden Autos fast drei Sekunden hinter der Q1-Schwelle und ist nach eigener Einschätzung seit Monaco das langsamste Auto im Feld. Mike Krack sagte nach dem Belgien-Qualifying: „Noch ein Rennen, dann können wir uns auf Budapest konzentrieren.“ Für Aston Martin geht es dort nun nicht nur um ein Update, sondern um den Nachweis, dass das Chassis-Problem lösbar ist, bevor in Zandvoort zusätzliche Honda-Leistung überhaupt Wirkung entfalten kann.