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Rossi stellt sich im Titelkampf hinter Antonelli

Valentino Rossi hat sich im italienischen Titelduell der Formel-1-Saison 2026 klar auf die Seite von Andrea Kimi Antonelli gestellt und nicht auf Ferrari. Vor dem Belgien-Grand-Prix sagte die MotoGP-Legende, dass Ferrari in Italien zwar „wie eine Religion“ sei, er aber den Mercedes-Piloten im WM-Kampf unterstütze.

„Ihr könnt euch vorstellen, was Ferrari in Italien bedeutet. Es ist wie eine Religion, aber ich bin vor allem ein Fan der Fahrer, und deshalb halte ich jetzt zu Kimi“, sagte Valentino Rossi im Interview mit Sky Sports F1. „Er ist ein außergewöhnliches Talent, hat sehr viel Speed, und in Italien hatten wir in den letzten 70 Jahren keinen Formel-1-Fahrer mehr, der die Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Deshalb wäre das etwas ganz Besonderes.“

Rossi bezieht damit in einem Kampf Position, der für den italienischen Motorsport eine ungewöhnliche Dimension angenommen hat. Antonelli gewann zunächst fünf der ersten neun Rennen und baute seine Bilanz beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps auf sechs Siege in den ersten zehn Saisonläufen aus. Mit dem Erfolg in Spa vergrößerte er seine Führung in der Weltmeisterschaft auf 45 Punkte. Lewis Hamilton rückte auf Rang zwei vor, George Russell liegt nach seinem Ausfall in der ersten Runde weitere fünf Punkte zurück.

Rossis Unterstützung ist dabei nicht nur patriotisch gemeint, sondern auch persönlich. Antonelli gehört laut den vorliegenden Angaben schon seit der Zeit vor seinem Formel-1-Debüt zu Rossis Umfeld. Beide verbringen im Winter Zeit miteinander, unter anderem auf Rossis Ranch und bei gemeinsamen Trainingseinheiten im iRacing-Simulator.

Antonellis Aufstieg ist inzwischen so bedeutend, dass selbst Mercedes-Teamchef Toto Wolff offen davon ausgeht, Ferrari werde früher oder später versuchen, ihn nach Maranello zu holen. Wolff betonte zugleich, Antonelli sei seit seinem elften Lebensjahr ein Mercedes-Fahrer und inzwischen zu einer der größten Figuren des italienischen Sports geworden.

Sollte Antonelli seine Führung in den Titel ummünzen, wäre er erst der dritte italienische Formel-1-Weltmeister nach Giuseppe Farina und Alberto Ascari. Ascari war 1953 der letzte Italiener, dem das gelang.