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Brundle attackiert F1-Regeln 2026 nach Spa

Martin Brundle hat die Formel-1-Regeln für 2026 nach dem Wochenende in Spa-Francorchamps scharf kritisiert und erklärt, das aktuelle Konzept beschädige den Kern des Rennsports auf klassischen Highspeed-Strecken.

Der frühere F1-Fahrer sagte vor dem Grand Prix von Belgien bei Sky Sports F1, er habe "fast ein bisschen Tränen in den Augen", weil die Serie unter den neuen Regeln in Silverstone "all die großartigen Kurven verloren" habe und in Spa nun "dieselbe Situation" erlebe. "Ich glaube, wir alle tun uns noch schwer damit, das wirklich zu verstehen, um ehrlich zu sein", sagte Brundle. "Ich habe fast ein bisschen Tränen in den Augen, weil wir all die großartigen Kurven in Silverstone verloren haben, und jetzt sind wir in Spa mit derselben Situation. Diese neuen Regeln schaden uns auf den Highspeed-Strecken."

Im Zentrum seiner Kritik steht, dass die 2026er-Autos mit ihren komplexen Anforderungen an Energierückgewinnung und Einsatz der elektrischen Leistung die Fahrer zum Verwalten zwingen, statt sie dauerhaft ans Limit gehen zu lassen. In Silverstone und Spa sei zu sehen gewesen, dass die Batterien im Verlauf einer Runde an Energie verlieren, wodurch die Geschwindigkeiten in schnellen Passagen deutlich sinken, verglichen sogar mit der vergangenen Saison.

Gerade dort fällt das besonders auf, weil es um einige der berühmtesten Kurvenkombinationen der Formel 1 geht. In Silverstone nannte Brundle den Abschnitt Maggotts-Becketts, in Spa den Komplex aus Eau Rouge und Raidillon vor der Kemmel-Geraden. Strecken, die lange vom Mut und der Präzision bei Vollgas lebten, verlieren damit nach seiner Ansicht einen Teil ihres prägenden Charakters.

Brundle kritisierte auch die Art der Zweikämpfe, die aus diesem Regelwerk entsteht. In Silverstone und Spa habe es zwar viele Überholmanöver gegeben, doch oft in Form von "Yoyo-Racing" und "Superclipping": Positionswechsel, die vor allem durch unterschiedliche Batterie-Nutzung entstehen und sich wieder umkehren, sobald der elektrische Vorteil auf das andere Auto übergeht.

Die Formel 1 und die FIA haben das Problem bereits anerkannt und über den Weltrat des Motorsports Änderungen beschlossen, um die Abhängigkeit von elektrischer Leistung zu verringern. Die Aufteilung der Antriebsleistung soll 2027 auf 58 Prozent Verbrennungsmotor und 42 Prozent elektrisch verschoben werden, 2028 dann auf 60 zu 40. Damit soll verhindert werden, dass die Batterie über eine Runde zu schnell entladen wird.

Für Brundle ist das aber nur eine Zwischenlösung. "Wir machen etwas für 2027 und 2028, und wir müssen dieses Konzept so schnell wie möglich loswerden, 2030 oder 2031", sagte er. Damit richtet sich seine Kritik nicht nur gegen die aktuelle Ausprägung der 2026er-Autos, sondern gegen die Grundidee eines Reglements, das auf den berühmtesten schnellen Strecken den Charakter der Autos und damit auch die Richtung der Formel 1 verändert.