Kimi Antonelli reist nach seinem Sieg in Spa als Maßstab der Formel 1 zum Großen Preis von Ungarn, und auf einer Strecke, auf der das Qualifying oft schon die halbe Miete ist, kann der Mercedes-Pilot seine WM-Führung unmittelbar vor der Sommerpause weiter ausbauen. Der Italiener liegt vor dem Budapest-Wochenende 45 Punkte vor Lewis Hamilton und 50 vor Teamkollege George Russell.
Dass Antonelli als Favorit an den Hungaroring kommt, ist die Folge einer bislang kontrollierten Saison. Er hat 2026 bereits sechs Rennen gewonnen, darunter in Suzuka, Monaco, Silverstone und Spa, und sich dazu mehrfach die Pole gesichert. Nach dem jüngsten Erfolg in Belgien ist er damit erneut der Fahrer, den es zu schlagen gilt.
Der Hungaroring macht diese Ausgangslage noch bedeutender. Die 4,381 Kilometer lange Strecke mit ihren 14 Kurven und 70 Rennrunden ist eng, verwinkelt und bietet traditionell nur wenige klare Überholmöglichkeiten. Nicht umsonst trägt sie seit Jahren den Ruf eines „Monaco ohne Leitplanken“. Gerade deshalb bekommt der Samstag in Ungarn besonderes Gewicht, weil eine starke Startposition dort oft die Basis für den Rennsonntag legt.
Ganz frei von Druck ist Antonellis Wochenende trotzdem nicht. Ferrari gilt als Team, dem die Charakteristik der Strecke entgegenkommen könnte. Hamilton ist in der Fahrerwertung der nächste Verfolger, und Charles Leclerc reist ebenfalls mit Rückenwind an, nachdem er in Silverstone gewonnen und in Belgien als Zweiter dicht an Antonelli dran war. Die zentrale Frage in Budapest ist damit nicht nur, ob Mercedes wieder vorne liegt, sondern ob Ferrari die Dominanz des Spitzenreiters auf einer passenderen Strecke wirklich angreifen kann.
Auch McLaren sollte in diesem Bild nicht übersehen werden. Das Team war zuletzt in Ungarn besonders stark, mit Oscar Piastri als Sieger 2024 und Lando Norris 2025, und kommt zudem mit einem wichtigen Upgrade-Paket nach Budapest. Auf einer Strecke, auf der Streckenposition so viel zählt, könnte schon ein kleiner Leistungsschub reichen, um sich in den Kampf an der Spitze einzumischen.
Gerade weil Ungarn das letzte Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause ist, trägt das Wochenende zusätzliches Gewicht. Ein weiterer starker Auftritt würde Antonelli nicht nur Punkte bringen, sondern seine Rolle als Referenz im Titelkampf vor der zweiten Saisonhälfte weiter festigen.
© Jonathan Borba