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Verstappen bekommt Hart als neuen Renningenieur

Tom Hart wird laut De Telegraaf neuer Renningenieur von Max Verstappen bei Red Bull, nachdem das Team mit Williams eine Einigung erzielt hat, um den langjährigen Performance Engineer des Weltmeisters aus einer bereits vereinbarten Wechselzusage zu lösen.

Damit setzt Red Bull bei einer der sensibelsten Positionen im Team bewusst auf Kontinuität. Hart arbeitet seit Januar 2020 als Verstappens Performance Engineer und kennt die Abläufe, die Anforderungen und den Arbeitsstil des viermaligen Formel-1-Weltmeisters aus nächster Nähe. Genau das machte ihn intern zur naheliegenden Lösung als Nachfolger von Gianpiero Lambiase, dessen Abgang zu McLaren bereits feststeht.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass Hart eigentlich schon auf dem Weg zu Williams war. Nach den Berichten hatte er zugesagt, Ende 2025 zum Team aus Grove zu wechseln, das unter James Vowles am Wiederaufbau arbeitet. Eine Zusammenfassung nennt sogar die Erwartung, dass Hart dort als Renningenieur für Alex Albon eingeplant gewesen sei. Red Bull musste also nicht nur einen Nachfolger bestimmen, sondern diesen auch aktiv halten.

Nach den vorliegenden Informationen fanden Red-Bull-Racing-Direktor Laurent Mekies und Williams-Teamchef James Vowles dafür einen Kompromiss. Dieser ermöglicht es Hart, in Milton Keynes zu bleiben, seine Williams-Verpflichtung vorzeitig zu beenden beziehungsweise davon entbunden zu werden und stattdessen die direkte Ingenieursrolle an Verstappens Seite zu übernehmen.

Für Red Bull ist das sportlich wichtiger, als es auf den ersten Blick wirken mag. Der Renningenieur ist an einem Grand-Prix-Wochenende die zentrale Stimme am Funk und eine Schlüsselfigur bei allen operativen Entscheidungen rund um Autoabstimmung, Sessions und Rennverlauf. Ein externer Neuzugang hätte zwangsläufig eine Anpassungszeit benötigt. Mit Hart vermeidet Red Bull genau dieses Risiko und hält die Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden Verstappen-Gruppe weitgehend zusammen.

Offen ist noch, wann der Wechsel im Alltag vollständig vollzogen wird. Lambiase soll Red Bull bis spätestens 2028 in Richtung McLaren verlassen, doch der genaue Zeitpunkt seines Rückzugs aus der direkten Arbeit mit Verstappen ist noch nicht bestätigt. Das hängt auch damit zusammen, dass er weiterhin eine übergeordnete Funktion als Leiter des Race Engineering für Verstappen und Isack Hadjar innehat.

Deshalb deutet alles auf einen schrittweisen Übergang hin statt auf einen abrupten Schnitt. Laut den Berichten wird erwartet, dass Hart Lambiase noch in dieser Saison mehrmals vertreten soll, bevor er in der kommenden Saison dauerhaft zum Renningenieur von Verstappen aufrückt. Für Red Bull wäre das die sauberste Lösung: keine Eingewöhnung mit einem externen Kandidaten, sondern ein kontrollierter Übergang in einer der wichtigsten Arbeitsbeziehungen des Teams.