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Norris führt in Barcelona, Red Bull sucht Antworten

Lando Norris hat den Freitag in Barcelona mit der Bestzeit im zweiten Freien Training geprägt, während sich zugleich ein klares Bild abzeichnete: McLaren und Mercedes liegen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs vorn, Red Bull und Max Verstappen suchen noch nach der richtigen Balance. Norris fuhr in FP2 eine 1:15,426 und verwies George Russell um 0,009 Sekunden auf Platz zwei, Oscar Piastri folgte nur 0,057 Sekunden dahinter. Verstappen kam nach einem schwierigen Tag nicht über Rang sechs und 1:16,321 hinaus.

Damit drehte sich das Kräfteverhältnis im Tagesverlauf nur an der Spitze leicht, nicht aber in der Tendenz. Am Vormittag hatte Russell das erste Training in 1:16,363 vor Piastri (+0,203) und Charles Leclerc (+0,520) gewonnen. Verstappen war dort zwar zwischenzeitlich auf den weichen Reifen nach vorn gefahren, fiel am Ende aber mit 1:17,047 und 0,684 Sekunden Rückstand auf Rang vier zurück.

Gerade für Red Bull hat dieses Bild besonderes Gewicht, weil Verstappen den Circuit de Barcelona-Catalunya schon vor dem Training als Prüfstein eingeordnet hatte. Max Verstappen, Red-Bull-Racing-Fahrer, sagte am Donnerstag: „In den vergangenen Rennen sind wir vor allem auf Strecken mit vielen langsamen Kurven gefahren. Deshalb ist das hier ein wichtiger Gradmesser für uns, weil es hier viele schnelle Kurven gibt. Bis jetzt waren wir in diesem Jahr auf solchen Strecken nicht besonders stark. Hoffentlich sind wir hier konkurrenzfähiger.“

Die ersten Trainingsdaten bestätigten diese Skepsis eher, als dass sie sie entkräfteten. Schon in FP1 klagte Verstappen über ein unberechenbares Auto und funkte: „Im einen Moment habe ich Untersteuern, dann wieder Übersteuern. Es ist schrecklich.“ Zwar verbesserte sich das Gefühl nach einem Boxenstopp phasenweise, doch im zweiten Training blieb der Rückstand deutlich. Verstappen setzte zu Beginn von FP2 noch die erste Richtzeit, wurde dann aber von Piastri, Russell und schließlich Norris überholt und beendete die Sitzung fast neun Zehntel hinter der Spitze.

Während Red Bull suchte, rückten McLaren und Mercedes enger zusammen. Russell knüpfte nach seiner Bestzeit am Vormittag direkt an, McLaren konterte am Nachmittag mit beiden Autos, und am Ende lagen die drei Schnellsten praktisch auf einem Niveau. Leclerc hielt Ferrari als Vierter mit 1:15,799 in Schlagdistanz, doch der auffälligste Eindruck des Freitags war das Tempo von Norris und Piastri auf einer Strecke, die in schnellen Kurven deutlich mehr verlangt als Monaco.

Für den weiteren Verlauf des Wochenendes ist das die entscheidende Erkenntnis: Barcelona deutet im Moment auf einen offenen Zweikampf zwischen McLaren und Mercedes hin, während Red Bull ausgerechnet auf der von Verstappen selbst als Gradmesser bezeichneten Strecke noch sichtbaren Abstimmungsbedarf hat.