Kimi Antonelli hat beim Grand Prix von Barcelona einen schweren Rückschlag im Formel-1-Titelkampf erlitten: Der Mercedes-Pilot fiel drei Runden vor Schluss mit einem elektrischen Abschalter aus, nur kurz nachdem er Teamkollege George Russell auf der Strecke Platz zwei abgenommen hatte.
Damit wurde aus einem sicheren zweiten Platz und 18 wichtigen Punkten ein Nuller. Antonelli hatte Russell in der Schlussphase in Kurve 1 überholt und lag hinter Lewis Hamilton auf Rang zwei, ehe sein Mercedes kurz darauf zwischen den Kurven 5 und 6 ausrollte. Mercedes bestätigte nach dem Rennen einen „electric cutoff“, der das Auto sofort abschaltete.
Für den WM-Spitzenreiter war es der erste Ausfall der Saison und das abrupte Ende einer Serie von fünf Grand-Prix-Siegen. Besonders bitter war der Zeitpunkt, weil Antonelli nach eigener Einschätzung im weiteren Rennverlauf klar an Tempo zugelegt hatte. Nach Problemen im ersten Stint habe er in den Stints zwei und drei viel Pace gefunden und sich den zweiten Platz auf der Strecke zurückgeholt.
Antonelli, Mercedes-Fahrer und WM-Führender, sagte nach dem Rennen: „Ich fühle mich im Moment ehrlich gesagt ein bisschen leer.“ Zugleich machte er deutlich, dass aus seiner Sicht nicht die Leistung das Problem war: „Das Tempo war heute auf jeden Fall gut.“ Mit Blick auf den Defekt so kurz vor dem Ziel sagte er, es sei „noch ungefähr drei Runden vor Schluss“ passiert, „fast geschafft“, und betonte: „Es ist niemands Schuld.“
Die Folgen für die WM sind erheblich. Russell erbte Rang zwei und nahm seinem Teamkollegen damit 18 Punkte ab. Antonellis Vorsprung auf Russell schrumpfte so von einem projizierten Polster von 71 Punkten auf 50 Zähler, während Hamilton mit dem Sieg bis auf 41 Punkte an den Italiener heranrückte.
Auch hinter Mercedes veränderte der Ausfall das Bild an der Spitze des Klassements. Lando Norris rückte für McLaren auf Platz drei vor. Damit standen mit Hamilton, Russell und Norris erstmals seit dem Großen Preis der USA 1968 wieder drei britische Fahrer gemeinsam auf einem Formel-1-Podium.
© Jonathan Borba