Alpine holte beim Grand Prix von Barcelona trotz Startplätzen außerhalb der Top 10 mit Pierre Gasly auf Rang sieben und Franco Colapinto auf Platz acht einen überraschenden Doppel-Punkteerfolg und machte damit aus einem schwachen Wochenende doch noch ein starkes Resultat.
Das war vor allem deshalb bemerkenswert, weil Alpine nach eigener Einschätzung mit einer deutlich schlechteren Ausgangslage nach Spanien gekommen war. Colapinto hatte den Freitag als „einen unserer schwierigsten Freitage der Saison“ beschrieben, Steve Nielsen sprach sogar vom wohl schwächsten Freitag des Jahres in puncto Performance und Fahrgefühl. Auch das Qualifying verlief enttäuschend. Im Rennen drehte das Team das Bild aber mit besserer Pace, den richtigen Entscheidungen an der Box und enger Zusammenarbeit beider Fahrer.
Gasly sagte danach, wenn ihm am Freitag jemand Platz sieben angeboten hätte, „dann hätte ich sofort unterschrieben“. Der Franzose sprach von einem Rennen, in dem Alpine „so gut wie alles richtig gemacht“ habe, um trotz der schwierigen Startposition in Reichweite der Punkte zu bleiben. Entscheidend sei gewesen, den VSC für den Wechsel auf die harten Reifen zu nutzen. Dazu kamen späte Ausfälle, die weitere Positionen einbrachten.
Auch im direkten Zweikampf im Mittelfeld half sich Alpine selbst. Gasly beschrieb das Zusammenspiel mit Colapinto als starke Teamarbeit: Man habe gemeinsam Druck auf Nico Hülkenberg und Liam Lawson aufgebaut. Danach versuchte Alpine, freie Fahrt auszunutzen, weil das Auto im Verkehr deutlich mehr Zeit verlor. Dass die Neutralisierung im richtigen Moment kam, passte ins Bild eines Rennens, in dem für das Team diesmal vieles zusammenlief.
Colapinto sprach von einem „viel besseren Tag“ und einer großen Belohnung für das gesamte Team. Nach seiner Darstellung fühlte sich der Alpine im Rennen deutlich besser an als an den ersten Tagen des Wochenendes, und die Pace habe gereicht, um die Autos vor ihnen anzugreifen. Zwar sei das Rennen wegen des höheren Reifenabbaus hart gewesen, doch das Team habe die richtigen Entscheidungen getroffen und saubere Boxenstopps abgeliefert. Besonders wichtig sei gewesen, dass die Arbeit auf und neben der Strecke zusammengepasst habe.
Für Alpine war das Ergebnis mehr als nur ein gutes Sonntagsresultat. Flavio Briatore nannte es ein „großartiges Comeback“ gemessen daran, wo das Team zu Beginn des Tages gestanden habe. Zugleich wertete er den Doppel-Punkteerfolg als weiteren Hinweis darauf, dass der Alpine sonntags derzeit konkurrenzfähiger ist als samstags. Genau darin liegt aber auch die nächste Aufgabe: Die Gesamtperformance muss sich laut Briatore schnell verbessern, wenn aus solchen Aufholjagden regelmäßigere Ergebnisse werden sollen.
© Jonathan Borba