Franco Colapinto ist in der endgültigen Wertung des Spanien-Grand-Prix von Platz acht auf Platz zehn zurückgestuft worden, nachdem die FIA dem Alpine-Piloten nach dem Rennen eine Zehn-Sekunden-Strafe und einen Strafpunkt für unzureichendes Verlangsamen bei einer einzelnen Gelbphase aufgebrummt hat.
Damit bekam ein Sonntag für Alpine nachträglich einen Dämpfer. Colapinto war direkt hinter Teamkollege Pierre Gasly als Achter ins Ziel gekommen, nachdem das Team im Rennen deutlich konkurrenzfähiger ausgesehen hatte als noch im Qualifying. Aus einem zunächst starken Doppel-Punkteresultat mit den Plätzen sieben und acht wurde so nur noch Rang sieben für Gasly und Rang zehn für Colapinto.
Ausgelöst wurde die Untersuchung durch die Gelbflaggenphase, nachdem Fernando Alonso seinen Aston Martin zwischen Kurve 8 und 9 abstellen musste. Die Rennkommissare werteten Positionierungs- und Marshaling-Daten, Video, Timing, Telemetrie, Teamradio und Onboard-Aufnahmen aus und kamen zu dem Schluss, dass Colapinto zwar reagierte, aber nicht ausreichend.
In ihrer Entscheidung schrieben die Stewards: „Die Stewards stellen fest, dass der Fahrer von Auto 43 seine Geschwindigkeit vor dem Einfahren in die einfache Gelbflaggenzone leicht reduziert hat, seine Geschwindigkeit im relevanten Gelbflaggensektor jedoch nicht deutlich verringert hat.“ Weiter hieß es: „Die Stewards erkennen an, dass der Fahrer auf die Gelbflagge reagiert hat, betrachten diese Reaktion jedoch nicht als ausreichend, um den Vorschriften zu entsprechen. Daher wird eine Strafe am unteren Ende des anwendbaren Strafrahmens verhängt.“
Die Zehn-Sekunden-Strafe war genug, um Colapinto hinter die beiden Racing-Bulls-Fahrer Liam Lawson und Arvid Lindblad zurückfallen zu lassen. Lawson rückte damit auf Platz acht vor, Lindblad auf Platz neun. Dazu erhielt Colapinto einen weiteren Strafpunkt auf seiner Superlizenz und steht nun bei zwei Punkten innerhalb der vergangenen zwölf Monate.
Besonders bitter war das aus Alpine-Sicht, weil Colapinto seinen Auftritt kurz nach Rennende noch als klaren Fortschritt beschrieben hatte. Franco Colapinto, Alpine-Fahrer, sagte in seinen Nach-dem-Rennen-Kommentaren: „Es war ein sehr gutes Rennen, sehr solide.“ Er ergänzte: „Als Team haben wir gezeigt, dass wir wirklich stark waren und ein schwieriges Ergebnis gedreht haben.“ Über die Rennpace sagte er auch: „Mit vollem Tank haben wir gezeigt, dass wir besser waren.“
Genau deshalb wiegt die Strafe für Alpine sportlich schwerer als ein bloßer Positionswechsel in der Ergebnisliste. Was zunächst wie ein sauber herausgefahrener doppelter Punkterfolg nach einem schwierigen Wochenende aussah, brachte am Ende deutlich weniger Ertrag ein.
© Jonathan Borba