© Takayuki Suzuki

Barcelona startet neu, Antonelli unter Druck

Der Barcelona-Catalunya Grand Prix beginnt 2026 erstmals unter neuem Namen, und mit Kimi Antonelli kommt zugleich der dominierende Mann der Saison als WM-Spitzenreiter nach Montmeló.

Damit beginnt für das traditionsreiche Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya eine neue Phase. Der bisherige Name „Großer Preis von Spanien“ geht an den neuen Madring in Madrid, der im September sein Debüt im Formel-1-Kalender geben soll. Montmeló bleibt der Formel 1 aber erhalten und bekommt mit dem Barcelona-Catalunya Grand Prix eine neue Identität.

Sportlich erhöht das den Stellenwert dieses Wochenendes zusätzlich, weil Barcelona seit Jahren als deutlich verlässlicherer Maßstab für die wahre Kräfteverteilung gilt als Monaco. Gefahren wird auf einer 4,657 Kilometer langen Strecke mit 14 Kurven über 66 Runden und insgesamt 307,236 Kilometer, also auf einem Kurs, auf dem sich Schwächen eines Autos schwerer kaschieren lassen.

Antonelli reist mit maximalem Schwung nach Spanien. Der Mercedes-Pilot hat zuletzt in Monaco seinen fünften Sieg in Folge geholt und führt die Fahrerwertung mit 156 Punkten an. Lewis Hamilton ist mit 90 Zählern auf Rang zwei vorgerückt, nachdem George Russell nach einem punktlosen Monaco-Wochenende mit 88 Punkten auf Platz drei zurückgefallen ist.

Gerade deshalb ist Barcelona für die direkten Verfolger besonders wichtig. Wenn Hamilton seine neue Position als erster Antonelli-Jäger festigen will und Russell den direkten Gegenschlag im eigenen Team sucht, bietet Montmeló dafür eine aussagekräftigere Bühne als der enge Stadtkurs in Monaco. Was auf dieser Strecke funktioniert, hat in der Regel mehr Aussagekraft für den weiteren Saisonverlauf.

Auch für den Kalender ist das Rennen ein Einschnitt. Barcelona-Catalunya bleibt durch ein Rotationsabkommen mit Spa-Francorchamps bis einschließlich 2032 im Programm, allerdings nur noch in geraden Jahren. Spa übernimmt die ungeraden Jahre ab 2027. Damit verliert Montmeló seine bisherige Rolle als jährlicher Austragungsort des Spanien-Grand-Prix, bleibt aber langfristig Teil der Formel 1.

Diese neue Struktur verändert auch Spaniens Platz im Kalender. 2026 richtet das Land erstmals seit 2012 wieder zwei WM-Läufe in einer Saison aus, doch zugleich endet für Barcelona die Zeit als fester Träger des spanischen Rennens. Montmeló startet damit in ein Wochenende, das nicht nur sportlich viel über Antonellis Titelkurs verraten soll, sondern auch darüber, wie stark dieses traditionsreiche Rennen in seiner neuen Form bleibt.