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McLaren bricht trotz Bestzeit erneut die Sperrstunde

McLaren hat beim Grand-Prix-Wochenende in Barcelona trotz der Bestzeit am Freitag erneut die Sperrstunde gebrochen, um an beiden MCL40 vorsorglich Arbeiten durchzuführen und ein weiteres mögliches Problem rund um die Integration der Power Unit auszuschließen.

Das Team bestätigte, es werde "die zweite von vier Ausnahmen von der Sperrstunde innerhalb von Restricted Period Three nutzen, um an beiden MCL40 Vorsorgearbeiten durchzuführen". McLaren erklärte weiter, man werde "zulässige Schlüsselkomponenten austauschen, um die Robustheit der Installation und Integration der Power Unit an beiden Autos zu verbessern".

Der Schritt wirkte auf den ersten Blick ungewöhnlich, weil McLaren am Freitag in Barcelona sofort konkurrenzfähig war. Lando Norris fuhr in 1:11,819 Minuten die Tagesbestzeit und lag damit 0,009 Sekunden vor George Russell, während Oscar Piastri weitere 0,057 Sekunden dahinter Dritter wurde.

Die Sorge des Teams galt damit weniger der reinen Performance als der Zuverlässigkeit. Nach Informationen aus dem Fahrerlager stand die nächtliche Arbeit nicht im Zusammenhang mit einem neuen Defekt aus den Freitagstrainings in Barcelona. McLaren traf die Entscheidung vielmehr proaktiv, nachdem die Analyse gemeinsam mit Mercedes-AMG High Performance Powertrains auf ein mögliches elektrisches Problem auf der Installationsseite hingedeutet hatte. Das Team wollte vor dem Qualifying "absolut sicher" sein, dass die Ursache beseitigt ist.

Der Hintergrund liegt im Monaco-Wochenende. Dort war Norris im Freitagstraining auf der Strecke ausgerollt und später im Rennen mit einem Problem an der Power Unit ausgefallen. McLaren hatte damals bereits umfangreiche Arbeiten vorgenommen, darunter den Tausch des Kabelbaums, den Wechsel des ESME-Pakets und weitere Modifikationen, ohne die Ursache sofort eindeutig festzulegen.

Weil die Arbeiten in Barcelona als Vorsichtsmaßnahme eingestuft wurden, hatte McLaren sie nicht vor den Freitagssitzungen abgeschlossen. Das Team entschied sich schließlich dafür, die Autos über Nacht weiter zu zerlegen und nachzuarbeiten, statt bis Samstagmorgen zu warten und vor dem Qualifying wertvolle Vorbereitungszeit zu riskieren.

Für McLaren war es bereits die zweite Ausnahme von der Sperrstunde in dieser Saison und zugleich die zweite in Folge. Jeder Rennstall darf vier solche Ausnahmen nutzen, bevor Strafen drohen. Dass McLaren schon früh im Jahr die Hälfte davon verbraucht hat, zeigt, wie hoch das Team das Risiko eines weiteren Ausfalls einschätzt, selbst an einem Wochenende, an dem das Tempo auf Anhieb stimmte.