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Mercedes verzichtet trotz Antonelli-Führung auf Stallorder

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Mercedes denkt vor dem Grand Prix der Niederlande trotz Kimi Antonellis 50-Punkte-Führung in der Formel-1-WM derzeit nicht an Stallorder, obwohl der Vorsprung des Tabellenführers durch ausbleibende Upgrades und die Aufholjagd der Rivalen unter Druck gerät.

George Russell, Mercedes-Pilot, wies in Zandvoort eine Nummer-2-Rolle im Team klar zurück. „Das ziehen wir momentan nicht in Erwägung. Wir haben erst die Hälfte der Saison hinter uns“, sagte er. Aus seiner Sicht müsse Mercedes „einfach weiter pushen“.

Antonelli geht nach der Sommerpause mit 50 Punkten Vorsprung auf Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton und 59 Punkten auf Russell in die letzten elf Rennwochenenden. Damit hat Mercedes auf dem Papier weiter eine starke Position im Titelkampf, zumal noch 291 Punkte zu vergeben sind. Intern sieht das Team deshalb offenbar noch keinen Anlass, den Kampf zwischen den eigenen Fahrern künstlich einzuengen.

Ganz entspannt ist die Lage aber nicht. Antonelli machte in Zandvoort selbst deutlich, warum Mercedes seinen Puffer nicht als Sicherheit missverstehen darf. „Wir haben seit Kanada kein Upgrade mehr gebracht, kein Leistungs-Upgrade“, sagte er. Während der W17 also seit Wochen ohne Performance-Schub fährt, hat McLaren in Ungarn bereits ein großes Paket mit sofortiger Wirkung gebracht.

Auch Ferrari erhöht den Druck. Antonelli nannte die Scuderia „die Hauptrivalen in der zweiten Saisonhälfte“ und verwies darauf, dass Ferrari in Zandvoort mit einem neuen Unterboden antritt und für Monza ein Motor-Update vorbereitet. Vor dem Wochenende rechnet er insgesamt mit einem engeren Vierkampf an der Spitze. „Wir erwarten, dass McLaren und Ferrari sehr schnell sein werden“, sagte Antonelli. McLaren sei nach seiner Einschätzung „wahrscheinlich unser größter Konkurrent“.

Damit verschiebt sich auch die Frage nach einer möglichen Teamorder. Solange Antonellis Vorsprung komfortabel wirkt und Russell selbst noch in Schlagdistanz zu Hamilton liegt, hat Mercedes keinen unmittelbaren Grund einzugreifen. Genau so ordnete es Jolyon Palmer im Podcast F1 Nation ein. Mercedes werde Stallorder nur dann „in Betracht ziehen“, „wenn Ferrari damit aufhört, Fehler zu machen“, sagte er. Hamilton liege derzeit 50 Punkte zurück, Russell sei im Titelkampf „genauso eine Gefahr wie Lewis“, deshalb gebe es für Mercedes aktuell keinen Grund zum Eingreifen. „Sie haben alles unter Kontrolle.“

Für Mercedes wird Zandvoort damit zum Härtetest einer ungewöhnlichen Konstellation: ein WM-Spitzenreiter mit solidem Vorsprung, aber ein Auto, das seit Kanada ohne Leistungs-Update auskommen muss, während McLaren und Ferrari näher rücken. Solange Antonelli vorn bleibt und Russell im eigenen Titelrennen relevant ist, dürfte Mercedes am freien Duell festhalten. Kippt die Kräfteverteilung weiter zugunsten der Verfolger, könnte die Stallorder-Frage jedoch deutlich schneller zurückkehren.

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