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Mercedes findet Batteriefehler, Titelkampf leidet

Mercedes hat die jüngsten Ausfälle von George Russell und Andrea Kimi Antonelli auf einen Problemkreis in der Batterie der Power Unit zurückgeführt, doch im Titelkampf wächst der Druck, weil die Defekte bereits schwer Punkte gekostet haben.

Technikchef James Allison sagte in der Mercedes-Show Nu Silver Arrows Radio Show, die Ausfälle seien zwar "nicht alle identisch", hätten aber "ihren Ursprung im selben groben Bereich der Batterie". Mercedes habe "die meisten Risikobereiche mittlerweile erkannt" und wolle im weiteren Saisonverlauf neue Module schrittweise einführen. Einen Zeitpunkt für die endgültige Lösung nannte das Team nicht.

Brisant ist vor allem, wo die Defekte einschlugen. Russell fiel in Kanada aus, als er in Führung lag. Antonelli stoppte in Barcelona auf Rang zwei, nachdem er kurz zuvor Russell überholt hatte. Sein Mercedes W17 schaltete fünf Runden vor Schluss plötzlich komplett ab. Antonelli sagte nach dem Rennen, er habe "keine Warnungen" gehabt, "das Auto ging einfach aus". Er habe noch versucht, das System neu zu starten, "aber es war ein terminaler Defekt".

Teamchef Toto Wolff machte nach dem Spanien-Wochenende deutlich, wie stark das Problem inzwischen auf die WM durchschlägt. Mercedes könne "nicht um eine Meisterschaft kämpfen", wenn "in jedem zweiten Rennen ein Auto viele Punkte verliert". Wolff sagte auch, das Team könne sich "diese Serie von Ausfällen" nicht leisten. "Um Erster zu werden, muss man erst einmal ins Ziel kommen."

Allison stellte zugleich klar, dass das Thema nicht nur das Werksteam betrifft. "Einige Mercedes-Motorautos" seien in dieser Saison bereits betroffen gewesen. Bei Kundenteam McLaren traten ebenfalls elektrische Probleme auf, darunter die Nicht-Starts von Lando Norris und Oscar Piastri in China.

Für Mercedes sind die Folgen schon messbar. Die beiden Ausfälle in Kanada und Barcelona kosteten das Team effektiv 43 Punkte. Der Vorsprung in der Konstrukteurs-WM ist dadurch auf 72 Zähler vor Ferrari geschrumpft. In der Fahrerwertung liegt Antonelli nach Lewis Hamiltons Ferrari-Sieg in Spanien noch 41 Punkte vorn. Allison nannte die Defekte deshalb "sehr, sehr schmerzhaft". Genau das macht die angekündigte Dauerlösung für Mercedes nun zu einer Schlüsselfrage im weiteren WM-Verlauf.