© Jonathan Borba

Liam Lawson kehrt bei Red Bull in Zandvoort zurück

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Liam Lawson ersetzt beim Grand Prix der Niederlande den verletzten Isack Hadjar bei Red Bull und wird damit zum ersten Fahrer in der 22-jährigen Formel-1-Geschichte des Teams, den der Rennstall nach einer früheren Trennung noch einmal ins Stammcockpit zurückholt.

Der Wechsel in Zandvoort ist ausdrücklich nur vorübergehend. Hadjar fällt mit einer Handgelenksverletzung aus, Lawson rückt deshalb von Racing Bulls zu Red Bull auf, während Yuki Tsunoda Lawsons Platz bei Racing Bulls übernimmt.

Gerade deshalb ist der Einsatz für Lawson bemerkenswert. Vor 14 Monaten war seine Richtung noch die entgegengesetzte: Er begann die Saison 2025 an der Seite von Max Verstappen bei Red Bull, verlor das Cockpit aber nach nur zwei Rennwochenenden wieder und kehrte zum Schwesterteam zurück. Den Red-Bull-Platz übernahm damals Tsunoda für den Rest des Jahres.

Dass Lawson jetzt überhaupt wieder eine Chance erhält, hat er sich mit seiner Form bei Racing Bulls erarbeitet. Er liegt vorläufig auf Rang neun der Weltmeisterschaft, gilt als bester Fahrer außerhalb der Topteams und hat in sechs der letzten sieben Veranstaltungen gepunktet.

Die Aufgabe in Zandvoort kommt trotzdem unter denkbar schwierigen Bedingungen. Lawson ist den Red Bull nach dem 2026er Reglement noch nie gefahren, und wegen des Sprintformats bleibt ihm nur ein einziges freies Training, um sich anzupassen. Die Vorbereitung begann erst zu Wochenbeginn: Am Montag erfuhr er von dem Einsatz, am Dienstag wurde sein Sitz angepasst, am Mittwoch saß er im Simulator.

Lawson schilderte die kurzfristige Wendung im Gespräch mit RacingNews365 so: „Montag. Ich war buchstäblich gerade gelandet und noch nicht einmal aus dem Flugzeug. Ich kam gerade aus dem Urlaub zurück und landete in Großbritannien, in der Annahme, dass ich mich vor allem mit der Vorbereitung des Autos beschäftigen würde. Dann rief Alan an und erzählte mir, was los war. Meine Woche änderte sich dadurch also ziemlich schnell.“

Auch der technische Umstieg wird nicht einfach. Zwar bleibt der Antrieb gleich, das Auto selbst ist für Lawson aber neu. „Der Vorteil ist, dass die Power Unit dieselbe ist, also hilft das hoffentlich ein bisschen. Aber was das Auto selbst angeht, sind sie komplett unterschiedlich“, sagte er. Mit nur einer Trainingssession sei ihm klar, „dass viel auf mich zukommt“ und dass es anfangs wahrscheinlich „ziemlich seltsam“ sein werde.

Gerade weil die Erwartungen diesmal niedriger sind als bei seinem ersten Red-Bull-Anlauf, könnte Zandvoort für Lawson trotzdem wichtiger werden als nur ein einzelnes Wochenende. Eine starke Vorstellung würde seine Position im Red-Bull-System für 2027 verbessern, auch wenn eine dauerhafte Rückkehr ins Werksteam derzeit unwahrscheinlich bleibt. Wenn er den Auftritt in Zandvoort mit seiner bisherigen Form bei Racing Bulls untermauert, stärkt das nicht nur seinen Fall intern, sondern dürfte auch für andere Mittelfeldteams interessant werden.

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