© Jonathan Borba

Hockenheim prüft F1-Comeback mit neuen Hürden

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Der Hockenheimring hat erste Gespräche mit der Formel 1 über eine mögliche Rückkehr des Deutschland-Grand-Prix geführt, doch F1-Chef Stefano Domenicali macht klar, dass ein Comeback nur mit zusätzlichen Investitionen und einem tragfähigen Geschäftsmodell realistisch ist.

Domenicali bestätigte, dass die Initiative von Hockenheim ausging. „Hockenheim hat sich mit uns in Verbindung gesetzt. Es gab erste Gespräche“, sagte er. Zugleich verwies er darauf, dass die Strecke zwar modernisiert werde, für ein mögliches Formel-1-Rennen aber mehr nötig sei: „Sie sind gerade dabei, die Rennstrecke zu modernisieren.“ Wenn Hockenheim ernsthaft über eine Rückkehr der Formel 1 sprechen wolle, „muss investiert werden. Unsere Plattform verlangt ein bestimmtes Investment.“

Damit ist die Lage klar umrissen: Der Kurs ist wieder auf dem Radar der Formel 1, aber der bereits angekündigte Ausbau reicht aus Sicht der Serie noch nicht automatisch für einen Grand Prix. Seit 2024 steht der Hockenheimring unter neuen Eigentümern. Die emodrom group hält 74,99 Prozent der Anteile und hat 250 Millionen Euro für den Ausbau des Porsche Experience Centre, ein neues Hotel und eine „Motorworld“-Anlage vorgesehen.

Jorn Teske, Geschäftsführer des Hockenheimrings, bestätigte den Austausch auf Anfrage von auto motor und sport, bremste aber Erwartungen. „Wir befinden uns in einem regelmäßigen Austausch mit der Formel 1. Wir wollen uns ein umfassendes Bild verschaffen, was die Rahmenbedingungen angeht und wie die Chancen und Risiken aussehen“, sagte Teske. „Es gibt Interesse, aber zum aktuellen Zeitpunkt haben wir keine Ergebnisse zu vermelden.“

Dass Deutschland seit Jahren keinen festen Platz mehr im Kalender hat, erklärt auch die wirtschaftliche Vorsicht auf beiden Seiten. Der bislang letzte reguläre Formel-1-Auftritt in Hockenheim fand 2019 statt. 2020 sprang der Nürburgring noch einmal mit einem Ersatzrennen ein, seitdem kam es vor allem aus kommerziellen Gründen zu keiner Rückkehr. Ohne staatliche Zuschüsse galten die gestiegenen Antrittsgebühren als kaum darstellbar, während niemand das Risiko möglicher Verluste übernehmen wollte.

Für Hockenheim spricht nun, dass Domenicali Europa wieder stärker im Fokus sieht. „Wir beobachten, dass auch Europa weiter wächst. Es wird wieder zu einem wichtigen Markt. Die Zahlen stimmen“, sagte der F1-CEO. Das verbessert die Ausgangslage für Deutschland, garantiert aber noch nichts. Domenicali verwies zugleich darauf, dass andere Länder bereit seien, hohe Veranstaltungsgebühren zu zahlen. Genau darin liegt der Kern der Hockenheim-Verhandlungen: Nicht das Interesse fehlt, sondern die Frage, ob sich ein Deutschland-Rennen unter den finanziellen Bedingungen der modernen Formel 1 dauerhaft darstellen lässt.

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