Haas hat seinen zweitägigen TPC-Test in Fuji am 28. und 29. Juli zu einer öffentlichen Demonstration des japanischen Formel-1-Interesses gemacht: 7.900 Zuschauer kamen an die Strecke, ein Plus von 127,4 Prozent gegenüber 2025, während das Team mehr als 100 Runden absolvierte und Sho Tsuboi sowie Nirei Fukuzumi in F1-Autos einsetzte.
Was normalerweise vor allem Entwicklungsarbeit ist, wurde am Toyota-eigenen Fuji Speedway bewusst größer aufgezogen. Haas öffnete die Tribünen erneut für Fans, vergrößerte den "Gekikan Pit"-Bereich mit Einblick in die Garage, stellte mehr Exponate in der Fan-Zone aus als im Vorjahr und ergänzte das Programm um einen Simulator sowie einen offiziellen Merchandising-Shop. Es war das zweite Fuji-TPC des Teams in Folge.
Auf der Strecke verband Haas die zwei Tage mit handfester Arbeit an der 2025er-Autobasis und der Beurteilung seiner Fahrer. Der Ablauf wurde allerdings von wechselnden Bedingungen geprägt. Am ersten Tag bremste Regen das Programm, am zweiten herrschten trockene, heiße Bedingungen, die das Reifenmanagement zu einem zentralen Thema machten. Nach schnellen Runden kühlte das Team die Reifen mit Gebläsen und arbeitete in einem wiederholten Rhythmus aus Push-Lap, In-Lap, Out-Lap und erneutem Angriff, um vor allem die Hinterreifen im richtigen Fenster zu halten.
Tsuboi setzte mit 1:17,914 Minuten die Bestzeit des Tests. Fukuzumi, der in Fuji seine ersten Kilometer überhaupt in einem Formel-1-Auto fuhr, kam auf 1:18,442 Minuten und 336,449 km/h Topspeed. Am Nachmittag absolvierte er zudem einen Longrun über 18 Runden mit stabilen Zeiten im Bereich von 1:24 Minuten.
Fukuzumi sagte nach seinem Debüt, die aktuellen Formel-1-Reifen seien "wahrscheinlich so, dass Unterschiede zwischen den Fahrern deutlicher sichtbar werden". Zu seiner eigenen schnellsten Phase sagte der aktuelle Super-Formula-Pilot: "Etwa eine 1:18,2 war in Sicht. Es gab noch ein paar Dinge, die ich besser hätte zusammenbringen können, aber unter diesen heißen Bedingungen konnte ich voll angreifen, deshalb habe ich nichts zu bereuen."
Für Haas war der Test damit mehr als nur ein Datensammelprogramm. Die Kombination aus erweitertem Fan-Angebot, einem ersten F1-Einsatz für Fukuzumi und mehr als 100 Runden auf einer ehemaligen Grand-Prix-Strecke zeigte, wie groß die Nachfrage nach moderner Formel-1-Action in Japan derzeit ist.
© Jonathan Borba