© Jonathan Borba

Alpine zieht Zandvoort-Upgrade für Gasly vor

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Alpine bringt sein eigentlich erst für Monza geplantes Haupt-Upgrade schon in Zandvoort, kann es aber vorerst nur auf Pierre Gaslys Auto einsetzen, während Franco Colapinto noch ein Wochenende mit der alten Spezifikation fahren muss.

Der Schritt zeigt, wie dringend das Team reagieren will. Alpine ist im Mittelfeld bei Pace und Punkten hinter Racing Bulls zurückgefallen, und die Signale aus Simulator und Datenlage waren offenbar stark genug, um die Einführung um ein Rennen vorzuziehen. Colapinto machte deutlich, dass genau darin seine persönliche Zwickmühle liegt. In der FIA-Pressekonferenz vor dem Niederlande-GP sagte Alpine-Pilot Franco Colapinto laut Motorsport: „Gestern dachte ich genau dasselbe. Ich habe mich gefragt: Was will ich eigentlich wirklich? Ich weiß es nicht.“

Denn für ihn gibt es an diesem Wochenende zwei sehr unterschiedliche Lesarten. Bleibt er ohne das neue Paket nah an Gasly, spricht das für seine eigene Leistung. Fällt der Rückstand deutlich größer aus, wäre das zwar schmerzhaft für seine Seite der Garage, zugleich aber ein starkes Indiz dafür, dass Alpine endlich den erhofften Schritt gemacht hat.

Colapinto sagte, das Upgrade wirke im Simulator „sehr stark“ und „wenn das so ist, wird es sehr gut für uns sein“. Gerade deshalb sei der Zielkonflikt so offensichtlich. „Natürlich sieht es so aus, als könnte es, wenn alles voll funktioniert, ein etwas schmerzhaftes Wochenende für mich werden“, sagte er. Entscheidend sei trotzdem, dass das Team die Entwicklung auf der Strecke bestätigt. Die Fabrik habe „wirklich sehr hart gearbeitet“, sagte Colapinto, und erklärte, das Paket sei ursprünglich „für Monza und für beide Autos“ vorgesehen gewesen, sei aber früher als erwartet bereit geworden. „Leider ist es nur für ein Auto verfügbar“, fügte er hinzu.

Gasly beschrieb die Ausgangslage aus sportlicher Sicht ähnlich klar. Er sagte in Zandvoort gegenüber Medien einschließlich Autosport, Alpine habe „ziemlich viele Dinge zu heilen“, nachdem dem Team in den vergangenen Rennen „in praktisch allen Kurventypen“ Pace gefehlt habe. Dass zumindest ein Satz der neuen Teile schon in Zandvoort bereitsteht, wertete er deshalb als wichtigen Schritt, obwohl die Teile ursprünglich erst in Monza kommen sollten.

Die Schwierigkeit wird durch das Sprint-Format noch größer. Alpine hat nur eine freie Trainingsstunde, um Gaslys neues Paket zu verstehen und abzustimmen. Gerade deshalb wird der direkte Vergleich zwischen beiden Autos intern besonders wertvoll sein: nicht nur für die Performance an diesem Wochenende, sondern als Referenz dafür, ob Alpine in der zweiten Saisonhälfte wieder näher an die Spitze des Mittelfelds heranrücken kann.

Wenn das Upgrade auf Gaslys Auto die simulierten Fortschritte bestätigt, hätte Alpine genau den Nachweis, den das Team im Duell mit Racing Bulls braucht. Dann könnte ein schwierigeres Wochenende für Colapinto kurzfristig der Preis für eine deutlich wichtigere Nachricht sein: dass Alpine wieder das Potenzial hat, im Kampf um Platz fünf und um regelmäßige Top-10-Ergebnisse mitzumischen.

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