Zandvoort richtet an diesem Wochenende den vorerst letzten Niederlande-Grand-Prix der Formel-1-Moderne aus, obwohl die Veranstaltung seit ihrer Rückkehr 2021 ausverkauft war und sich zu einem Vorzeigeevent des Kalenders entwickelt hat.
Der Abschied fällt in ein Sprint-Wochenende, das den Teams kaum Anlaufzeit lässt. Am Freitag stehen nur ein Freies Training und das Sprint-Qualifying auf dem Programm, am Samstag folgen Sprint und Qualifying, ehe am Sonntag der Grand Prix gestartet wird. Damit bekommt der letzte Auftritt des Küstenkurses in der Formel 1 noch einmal maximale sportliche Dichte.
Dass Zandvoort trotz voller Tribünen und seiner Oranje-Kulisse nach 2026 aus dem Kalender fällt, liegt laut den vorliegenden Angaben vor allem am Geld. Der Niederlande-Grand-Prix gehört zu den wenigen Formel-1-Rennen ohne staatliche Unterstützung und musste sich damit privat tragen. Robert van Overdijk, Direktor des Niederlande-Grand-Prix, sagte nach Bekanntgabe des Endes: „Wir sind in Privatbesitz und müssen daher eine Balance zwischen dem Veranstalten dieses Events und anderen Risiken und Verantwortungen finden“.
Gerade das macht das Aus bemerkenswert, weil Zandvoort seit dem Comeback nach 36 Jahren Pause sportlich und atmosphärisch Maßstäbe gesetzt hat. Die Veranstaltung zog Jahr für Jahr die „Orange Army“ an, wurde von Formula One Management laut Berichten wiederholt als Beispiel für andere Promoter genannt und verband den Grand Prix mit einem Festivalcharakter. Christian Horner beschrieb die Stimmung nach dem Rennen einmal so: „Es ist, als wäre ich vier Tage am Stück in einem Nachtclub gewesen.“
Für Max Verstappen bekommt das Wochenende dadurch eine doppelte Bedeutung. Der Red-Bull-Pilot hat in Zandvoort bereits drei Mal gewonnen, wartet in dieser Saison aber noch auf seinen ersten Sieg. Vor seinem vorerst letzten Heimrennen sagte Verstappen, er wolle es „einfach mit den Fans genießen“. Zugleich machte er klar, dass der Kurs selbst nicht verschwindet: „Okay, wir werden dort keinen Formel-1-Grand-Prix mehr haben, aber es gibt viele andere Rennserien, die dort weiterhin fahren, und wenn man einen Track Day machen will, wird die Strecke ja nicht verschwinden.“
Auch sportlich ist der Zeitpunkt brisant. Die Formel 1 kehrt in Zandvoort aus der Sommerpause zurück, Kimi Antonelli führt die Fahrerwertung mit 50 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton an. Mercedes hat die Saison lange geprägt, doch McLaren kam mit Lando Norris’ Sieg in Ungarn mit Momentum aus der Pause, während Ferrari auf einer Strecke ohne viele Geraden ebenfalls Chancen ausgerechnet werden. Damit könnte das letzte Oranje-Wochenende nicht nur ein emotionaler Abschied werden, sondern auch ein wichtiger Wendepunkt im Titelkampf der 2026er Saison.
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