© Jonathan Borba

Verstappen führt Spa-FP1 trotz Red-Bull-Rückschritt an

Max Verstappen hat Red Bull in der ersten Trainingssession zum Grand Prix von Belgien 2026 sofort an die Spitze gebracht und in Spa-Francorchamps mit 1:47,070 Minuten die Bestzeit gesetzt, obwohl das Team für dieses Wochenende wieder auf den älteren Heckflügel zurückgewechselt ist.

Der Red-Bull-Pilot absolvierte 24 Runden und lag am Ende 0,145 Sekunden vor Lewis Hamilton im Ferrari. Charles Leclerc machte den starken Ferrari-Auftakt komplett und wurde in 1:47,277 Dritter, nur 0,207 Sekunden hinter Verstappen. Damit splitten die beiden Ferrari die Red Bulls, nachdem Red Bull den neueren "Macarena"-Heckflügel wieder aus dem Auto genommen hatte und zur ursprünglichen Spezifikation zurückkehrte.

Dieser Wechsel war vor dem Wochenende ein zentrales Thema, weil mehrere Berichte ihn mit den Hochgeschwindigkeitsunfällen Verstappens in Österreich und Silverstone in Verbindung brachten. Umso wichtiger war für Red Bull, dass die alte Konfiguration auf Anhieb funktionierte und Verstappen trotz der erwarteten Einbußen im Topspeed oder in der Gesamtperformance die Session anführte.

Ganz ungetrübt war der Auftakt für Red Bull trotzdem nicht. Isack Hadjar fuhr in 1:47,322 die viertschnellste Zeit, wird im Qualifying aber keine normale Ausgangslage haben, weil Red Bull bereits vor dem Training bestätigte, dass er nach mehreren neuen Power-Unit-Komponenten vom Ende der Startaufstellung ins Rennen gehen muss.

Auch bei McLaren ist die Startaufstellung bereits belastet. Lando Norris kam in 1:47,931 nur auf Rang sieben und muss nach dem Einbau einer vierten Steuerelektronik zehn Plätze in der Startaufstellung zurück. Spa gilt mit seinen langen Geraden zwar als Strecke, auf der man sich eher nach vorn arbeiten kann, doch der Freitag zeigte zunächst, dass McLaren sportlich ohnehin nicht ganz vorn dabei war.

Oscar Piastri war als bester McLaren Fünfter in 1:47,522, vor Kimi Antonelli im Mercedes mit 1:47,603. George Russell wurde Achter mit 1:47,959. Damit lagen sowohl McLaren als auch Mercedes in der ersten Standortbestimmung hinter Red Bull und Ferrari, auch wenn FP1 in Spa wegen der Energieverwaltung und der üblichen Programmunterschiede noch kein endgültiges Bild liefern muss.

Für McLaren kam noch ein technisches Problem hinzu. Piastri stoppte in der Schlussphase kurz auf der Strecke, nachdem ein Hydraulikdruckproblem aufgetreten war. Der Australier wurde anschließend angewiesen, langsam an die Box zurückzufahren, weil noch genug Druck im System vorhanden war. Für das Team bleibt damit vor dem zweiten Training eine offene Zuverlässigkeitsfrage.

Hinter den Topteams fuhren Arvid Lindblad im Racing Bull und Gabriel Bortoleto im Audi noch in die Top 10, doch die Geschichte des Freitagsauftakts spielte sich an der Spitze ab: Verstappen verschaffte Red Bull mit dem Rückgriff auf den alten Heckflügel sofort Auftrieb, Ferrari saß ihm direkt im Nacken, und McLaren wie Mercedes starteten mit Rückstand und zusätzlichen Fragezeichen ins Spa-Wochenende.