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Colapinto sieht sich in guter Position für 2027

Franco Colapinto sieht sich nach seinem Formanstieg bei Alpine in einer guten Ausgangsposition für einen Vertrag 2027, auch wenn seine Zukunft in der Formel 1 weiter offen ist.

Der Alpine-Pilot sagte, seine Leistungen 2026 hätten seine Lage klar verbessert. Nach einer punktlosen Saison 2025 mit 18 Rennen steht er in diesem Jahr bereits bei 18 Punkten und kommt Teamkollege Pierre Gasly deutlich näher. Im teaminternen Qualifyingduell, Sprint-Qualifyings eingeschlossen, liegt er nur noch 5:8 zurück.

Colapinto sagte, er hoffe auf eine frühere Entscheidung: „Hoffentlich muss ich nicht bis zum Ende der Saison warten, aber bisher war es ein gutes Jahr.“ Er würde gern bei Alpine bleiben, betonte aber auch, dass für 2027 bisher nur Gasly feststeht und es noch keine Gespräche mit dem Team über seine Zukunft gegeben habe. „Ich konzentriere mich einfach von Rennen zu Rennen und versuche, Punkte zu holen“, sagte er.

Dass er sich diese Position überhaupt erarbeitet hat, macht den Schritt aus seiner Sicht umso bedeutender. Colapinto bezeichnete 2025 als „extrem schwierig“. Nach seinem Wechsel für Jack Doohan ab Imola blieb er in 18 Einsätzen ohne einen einzigen Punkt. Gleichzeitig holte Gasly mit dem, wie Colapinto sagte, schlechtesten Auto im Feld noch 22 Zähler. Gegen den Franzosen habe er damals „fast keine Chance“ gesehen.

Den Unterschied spürt er nun nicht nur in den Resultaten, sondern auch im Auftreten im Team. Als Beispiel nannte er Silverstone, wo er nach einem aus seiner Sicht vermuteten Problem am Unterboden nur von Platz 19 startete, dann aber zehn Autos überholte und trotzdem noch in die Punkte fuhr. „Es sind diese Momente, in denen ich mich dieses Jahr viel stärker und selbstbewusster fühle. Das Team hat mich sehr unterstützt“, sagte er.

Colapinto führt den Fortschritt vor allem auf die schwierigen Phasen seiner bisherigen Formel-1-Laufbahn zurück. Besonders prägend war für ihn das Ende seiner Williams-Zeit 2024. Nach seinem 50G-Unfall im Qualifying von Las Vegas musste er die letzten beiden Rennen in Katar und Abu Dhabi mit alten Teilen fahren, weil das Auto laut seiner Schilderung zerstört war. Er sprach von einem Wagen, der drei Zehntel langsamer gewesen sei, in einem Moment, in dem er sich für einen neuen Vertrag habe beweisen müssen.

Gerade diese Rückschläge hätten ihn weitergebracht. Colapinto sagte, er sei zwar derselbe Fahrer wie im Vorjahr, aber deutlich reifer geworden. „Natürlich bin ich viel reifer geworden. Und ich habe viel gelernt“, sagte er. Er glaube fest daran, dass ihn das vergangene Jahr stärker gemacht habe. Es habe ihn zu einem reiferen Fahrer gemacht, der schwierige Situationen besser verstehe und daraus lerne.

Ganz gelöst ist seine Lage trotzdem nicht. Colapinto räumte ein, dass Gasly in den entscheidenden Momenten noch immer mehr aus dem Paket heraushole und dass er selbst „in vielen Bereichen noch eine Menge Luft nach oben“ habe. Dazu kommt, dass Alpine zuletzt an Boden verloren hat. Nachdem das Team zu Saisonbeginn das Mittelfeld angeführt und regelmäßig gepunktet hatte, sieht Colapinto nun Racing Bulls davor. „Das Auto ist im Moment nicht schnell genug, und die anderen holen uns sehr schnell ein“, sagte er. „Ich glaube, wir wurden im Moment von den Racing Bulls überholt.“ Damit wird sein Kampf um weitere Punkte und um einen Platz 2027 nicht einfacher.