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Bahrain-GP 2026: F1 streicht Nachholrennen

Ein Ersatztermin für den 2026 abgesagten Grand Prix von Bahrain ist in der Formel 1 faktisch vom Tisch, weil der nötige Vorlauf für Transport und Vorbereitung nicht mehr zu schaffen ist und die Sicherheitslage im Nahen Osten zu unsicher bleibt.

Damit ist ein Plan gescheitert, den Lauf später in der Saison zwischen den Grands Prix von Aserbaidschan und Singapur nachzuholen. Dario Marrafuschi, Pirellis neuer Motorsportchef, sagte gegenüber Motorsport.com Italia, für einen Einsatz dieser Größenordnung brauche es rund vier Monate Vorbereitung. „Wir sprechen von einer Vorbereitungsfrist von etwa vier Monaten. Es dauert ungefähr 15 Wochen, einen Transport dieser Größenordnung zu organisieren“, sagte er. Für den zunächst ins Auge gefassten Termin hätten aber weniger als drei Monate zur Verfügung gestanden.

Entscheidend war dabei nicht nur die knappe Zeit. Marrafuschi verwies auch auf zwei logistische Engpässe, die eine verlässliche Planung unmöglich machten: die Straße von Hormus und das von den Huthi beeinflusste Gebiet, das den Frachtschiffverkehr im Roten Meer erschwert. Pirelli prüfte deshalb verschiedene Transportwege in den Persischen Golf. Eine Möglichkeit wäre die Umrundung Afrikas gewesen, weil die übliche Route über den Suezkanal und das Rote Meer wegen der Angriffe im Raum Bab al-Mandab als unsicher galt.

Eine weitere Variante bezeichnete Marrafuschi nur als theoretisch: die Passage durch den Suezkanal und danach der Landtransport durch Saudi-Arabien ab Dschidda. Auch das bot aus seiner Sicht keine belastbare Lösung. „Im Moment ist leider die Unsicherheit der dominante Faktor“, sagte er. Er könne nicht sagen, wie lange ein möglicher Transport zu einem Rennen im Nahen Osten dauern würde, weil selbst bei einer Route um Afrika weiter unklar sei, ob die Straße von Hormus geöffnet wäre.

Stefano Domenicali hatte am Spa-Francorchamps-Wochenende noch bestätigt, dass die Formel 1 mehrere Optionen prüfe und so lange wie möglich auf eine Entscheidung warten wolle. Der F1-Präsident und CEO machte aber zugleich klar, dass Sicherheit Vorrang habe. „Die Sicherheit der Menschen, die in unserem System arbeiten, ebenso wie derjenigen, die zu den Grands Prix kommen, bleibt die Priorität“, sagte Domenicali. Zugleich räumte er ein, dass sich die Serie klar der Frist für eine Entscheidung nähere.

Mit dem Aus für Bahrain verschiebt sich der Fokus nun auf die restlichen Nahost-Rennen im Kalender. Mehrere Berichte nennen auch Katar und Abu Dhabi als potenziell gefährdet, weil die gleiche Sicherheits- und Logistiklage die Planung für das Saisonende unter Druck setzt. Als mögliche europäische Ausweichorte wurden zuletzt Portimão, Barcelona, Imola und Monza genannt.