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Permane relativiert Red-Bull-Abgänge um Verstappen

Alan Permane hat die Darstellung zurückgewiesen, wonach Red Bulls jüngste personelle Abgänge vor allem mit Max Verstappen zusammenhängen, und den Trend stattdessen als bekanntes Muster bei einem Team beschrieben, das nach langer Dominanz an Schwung verloren hat.

Der Racing-Bulls-Teamchef sagte in Belgien in der Teamchef-Pressekonferenz vor Medien, darunter RacingNews365, er sei sich „nicht ganz sicher, ob es wirklich so ist“, wenn Schlagzeilen jeden weiteren Abgang als Verlust eines Verstappen-Vertrauten einordnen. „Ich weiß, dass viele Schlagzeilen daraus gemacht werden: ,Schon wieder verlässt ein Verstappen-Vertrauter Red Bull.‘ Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es wirklich so ist. Ich bin nicht sicher, ob jeder, der gegangen ist, an Max' Rockzipfeln hing“, sagte Permane.

Für ihn passt die Entwicklung eher in ein bekanntes Formel-1-Muster. „Eines der Dinge, die wir über die Jahre gesehen haben, ist: Wenn ein Team viele Jahre sehr erfolgreich war und dann vielleicht nicht mehr ganz so erfolgreich ist, dann verliert man tendenziell Leute. Die Menschen haben das Gefühl, dass sie diese Herausforderung dort abgeschlossen haben, und wollen zu anderen Teams wechseln“, sagte er.

Als Beispiele für die Abgänge rund um Red Bull wurden Adrian Newey, Jonathan Wheatley und Helmut Marko genannt. Dazu kommt, dass Gianpiero Lambiase, Verstappens langjähriger Renningenieur, spätestens zum Beginn der Saison 2028 zu McLaren wechseln soll. Chefingenieur Paul Monaghan wird dem Vernehmen nach bald bei Cadillac erwartet. Michael Manning verließ Red Bull nach 15 Saisons in Richtung Williams.

Permane machte deutlich, dass er das Grundproblem eher in der Mitarbeiterbindung sieht als in Verstappen-spezifischer Politik. „Natürlich will man keine guten Leute verlieren. Kein Team will gute Leute verlieren“, sagte er. Entscheidend sei, „gute Leute zu halten und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Menschen bleiben wollen“. Das unterscheide Red Bull aus seiner Sicht nicht „von irgendeinem anderen Team in der Boxengasse“.

Verstappen selbst schlug vor dem Großen Preis von Belgien einen nüchternen Ton an. Auf die Lage bei Red Bull angesprochen, sagte der Weltmeister: „Es verändert sich eigentlich nichts.“ Auch personelle Wechsel ordnete er als normalen Teil des Sports ein: „Und dass Leute kommen und gehen, gehört auch dazu.“ Eine Ja-oder-nein-Antwort darauf, ob er auch im kommenden Jahr bei Red Bull fährt, vermied er jedoch erneut.

Gerade diese Mischung aus öffentlicher Gelassenheit und offener Zukunftsfrage hält das Thema im Fahrerlager präsent. Permane stellt die jüngsten Abgänge damit weniger als Verstappen-Signal dar, sondern als möglichen Hinweis darauf, dass Red Bull sportlich und organisatorisch eine Phase bewältigen muss, die viele langjährige Topteams irgendwann einholt.