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Vowles enthüllt große F1-Aeroänderungen für 2027

James Vowles hat beim Belgien-Grand-Prix praktisch offengelegt, dass die Formel 1 für 2027 neben den bereits bekannten Änderungen an den Power-Unit-Regeln auch „ziemlich signifikante“ Aerodynamik-Anpassungen plant. Der Williams-Teamchef sagte bei Sky F1, die Regeln würden sich „rund um den Bib, den Heckflügel und einige Bereiche des Unterbodens“ ändern und damit deutlich weniger Kontinuität erlauben, als sich die Teams wohl erhofft hatten.

Damit rückte Vowles ein Thema ins Licht, das offiziell noch gar nicht bekannt war. Als Sky F1 ihn darauf hinwies, dass diese Aerodynamik-Änderungen noch nicht öffentlich angekündigt worden seien, reagierte James Vowles, Teamchef von Williams, überrascht: „Wirklich? Ich glaube nicht, dass ich etwas gesagt habe, das zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich sein sollte.“ Gerade diese Reaktion machte deutlich, wie weit seine Aussagen über das bislang Bekannte hinausgingen.

Inhaltlich passen die geplanten Eingriffe zu einer Debatte, die die Saison geprägt hat. Fahrer und Teams haben wiederholt kritisiert, dass das Energiemanagement zu großen Einfluss auf die Performance hat. Im Fokus standen dabei Phänomene wie „Super-Clipping“ und Überholmanöver, die vor allem durch unterschiedliche Batteriestände zustande kommen, statt durch die Möglichkeit, über eine komplette Runde hinweg anzugreifen.

Vowles stellte die Aeroänderungen deshalb ausdrücklich in Zusammenhang mit den bereits beschlossenen Anpassungen an der Verteilung der Antriebsleistung. Das derzeitige 50:50-Verhältnis zwischen Verbrenner und elektrischer Leistung soll 2027 auf 58:42 zugunsten des Verbrennungsmotors verschoben werden, ehe ab 2028 ein 60:40-Verhältnis gilt. Das Ziel dahinter ist, den Zwang zum Energiesparen zu verringern und Qualifying wie Rennen robuster zu machen.

Dass die Aerodynamik nun ebenfalls angefasst wird, war laut Vowles zu Saisonbeginn nicht erwartet worden. Trotzdem stellte er sich klar hinter den Kurs der Serie. „Das war zu Beginn dieser Saison nicht erwartet worden. Ich denke, die Richtung ist richtig, ich stimme dem zu, was der Sport macht. Das wird ein wenig dabei helfen, ein besseres Format, ehrlich gesagt eine bessere Show, zu schaffen, aber es geht Hand in Hand mit den Power-Unit-Regeln, an denen wir ebenfalls arbeiten“, sagte er.

Vowles machte zugleich deutlich, dass es der Formel 1 nicht an gutem Racing fehle, wohl aber am aus seiner Sicht noch nicht optimalen Gesamtprodukt. „Alle wollen das bestmögliche Produkt sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Ich glaube, jeder würde anerkennen, dass das Racing über weite Strecken großartig war, aber wir sind noch nicht ganz beim perfekten Produkt angekommen“, sagte er. Die Kombination aus Motoren- und Aerodynamik-Reglement werde den Sport deshalb „nächstes Jahr an einen besseren Punkt bringen“.

Für die Teams bedeutet das vor allem, dass 2027 offenbar kein einfaches Übergangsjahr mit viel Teile-Übernahme wird. Für die Formel 1 ist es der Versuch, auf die Schwächen zu reagieren, die in dieser Saison bei Energiehaushalt und Rennqualität sichtbar geworden sind, und das technische Paket so neu auszubalancieren, dass Fahrer wieder konstanter angreifen können.