Racing Bulls hat das Qualifying zum Großen Preis der Niederlande 2026 mit zwei starken, aber sehr unterschiedlich bewerteten Ergebnissen beendet: Arvid Lindblad fuhr in Zandvoort als Zehnter in Q3, während Rückkehrer Yuki Tsunoda als Zwölfter nach acht Monaten ohne Formel-1-Einsatz nur knapp am letzten Abschnitt scheiterte.
Lindblad setzte im Q3 eine 1:12,185 und stellte den Racing Bulls damit auf Startplatz zehn. Tsunoda blieb in Q2 mit einer 1:12,627 hängen und verpasste Q3 um rund eine Zehntelsekunde, steht damit aber nur zwei Positionen hinter den Punkterängen. Für das Team bedeutet das ein Auto in den Top 10 und ein zweites direkt an der Schwelle dazu.
Für Lindblad überwog trotz des Einzugs in Q3 zunächst der Frust, weil seine letzte Runde aus seiner Sicht mehr hergegeben hätte. Der Racing-Bulls-Rookie erklärte nach dem Qualifying: „Es ist ein bisschen enttäuschend. Wir hatten auf den gebrauchten Reifen etwas gefunden, das auf der Build-up-Runde ziemlich gut funktioniert hat.“ Wegen der drohenden Regenwolken habe das Team diesen Ansatz für den letzten Versuch aber verworfen. „Wegen des Regens wollten wir als Team kein Risiko eingehen. Es bestand die Möglichkeit, dass es zu regnen beginnt und die Runde nass wird, also haben wir den Build-up weggelassen und vom Outlap an direkt gepusht. Aber das hat für uns nicht wirklich funktioniert“, sagte er.
Dazu kam, dass sich die Bedingungen auf seiner entscheidenden Runde weiter verschlechterten. Lindblad lag das ganze Qualifying über eng bei Gabriel Bortoleto, der am Ende Neunter wurde und damit direkt vor ihm steht. „Ich glaube, Gabi war als Erster dran. Ich will nicht sagen, dass es am Regen lag, aber auf seiner Runde war definitiv weniger Regen. Ich will das nicht als Ausrede benutzen, aber geholfen hat es nicht“, sagte Lindblad. Er machte klar, dass ihn vor allem die Kombination aus geändertem Reifenaufbau und schlechteren Bedingungen ärgerte, nachdem Racing Bulls bis dahin das Gefühl hatte, Bortoleto noch schlagen zu können.
Trotzdem bleibt für den Rookie die Ausgangslage für den Sonntag positiv. „Auf der letzten Runde hatte ich keinen Grip, deshalb ist es enttäuschend, aber es ist trotzdem eine wirklich gute Startposition für morgen“, sagte Lindblad. Punkte seien damit ein realistisches Ziel, zumal er dem Auto beim Start gute Chancen zutraut.
Auf der anderen Seite der Garage fiel das Urteil deutlich unbeschwerter aus. Tsunoda bestritt in Zandvoort sein erstes richtiges Qualifying-Comeback im Racing Bulls nach acht Monaten Pause und sprach von einem sehr starken Gefühl im Auto. Yuki Tsunoda, Ersatzfahrer für Liam Lawson bei Racing Bulls an diesem Wochenende, sagte: „Ich bin mit dem heutigen Ergebnis wirklich zufrieden. Nach acht Monaten wieder richtig im Auto zu sitzen und jeden einzelnen Moment zu genießen, war großartig.“
Der Japaner erklärte, dass ihm vor allem das Sprint-Rennen geholfen habe, die Grenzen des Autos besser zu verstehen und im Qualifying mehr anzugreifen. Der Einzug in Q3 blieb zwar aus, doch der Abstand war minimal. „Ich habe Q3 zwar nicht erreicht, aber ehrlich gesagt war es wie ein Traum. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte Tsunoda. Für das Rennen sieht er sich in Schlagdistanz zu den Punkten: Er starte „sehr nah an den Punkterängen“ und sein Ziel sei es, „maximal zu pushen, jede Chance zu nutzen und es so gut wie möglich zu genießen“.
Damit geht Racing Bulls mit beiden Autos in realistische Reichweite der Top 10 ins Rennen, auch wenn sich das Qualifying intern sehr unterschiedlich anfühlte: Lindblad verließ Q3 mit dem Gefühl, mehr verloren als gewonnen zu haben, während Tsunoda Platz zwölf als Bestätigung einer überraschend starken Rückkehr mitnehmen kann.
© Jonathan Borba