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Russell behält Spielberg-Pole nach FIA-Freigabe

George Russell hat seine Poleposition für den Großen Preis von Österreich behalten, nachdem die FIA bestätigte, dass seine Runde von 1:06,113 unter der nach Max Verstappens Unfall in Kurve 9 gezeigten einfachen Gelbphase regelkonform war.

Der Mercedes-Pilot verbesserte sich in den letzten Sekunden von Q3 genau in dem Sektor, in dem Verstappen nach einem heftigen Heckausbruch in der schnellen Rechtskurve 9 in die Barrieren eingeschlagen war. Die Rennleitung meldete Russells Runde zunächst wegen eines möglichen Gelbverstoßes, doch die Stewards verzichteten nach dem Vergleich seiner Daten mit einer früheren Referenzrunde auf weitere Maßnahmen. Sie kamen zu dem Schluss, dass er in den relevanten Streckenabschnitten ausreichend Geschwindigkeit herausgenommen hatte.

Entscheidend war die Art der Gelbphase. Russell traf auf eine einfache Gelbflagge, nicht auf doppelt geschwenkte Gelbflaggen. Nach Artikel B1.8.4 des Sportlichen Reglements 2026 muss ein Fahrer bei geschwenkter Gelbflagge das Tempo reduzieren und bereit sein, die Richtung zu ändern. Bei doppelter Gelbphase hätte er die Runde aufgeben müssen, und die Zeit wäre gestrichen worden.

Die Verwirrung am Ende von Q3 wurde noch größer, weil Teamkollege Kimi Antonelli seine letzte Runde abbrach. Antonelli ging davon aus, dass auf seinem Display oder am Streckenposten doppelte Gelbflaggen angezeigt wurden. Spätere Meldungen der Rennleitung zeigten, dass die Situation erst 22 Sekunden nach der ersten Gelbphase auf doppelt Gelb hochgestuft wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Russell bereits durch den betroffenen Bereich gefahren und brachte seine Runde wenige Sekunden später ins Ziel.

Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, verwies auf die Telemetrie als Beleg für die Rechtmäßigkeit der Pole-Runde. „Es ist eine einfache Gelbflagge und ein Lupfer über 100 Meter, George verliert eineinhalb Zehntel. Das ist völlig in Ordnung“, sagte Wolff. „Es war eine unglaubliche Runde, und man sieht es in den Daten. Es ist ein viel größerer Lupfer als in allen Runden zuvor, also großes Lob an ihn. Ich freue mich sehr für ihn, wie er das geschafft hat.“

Russell nahm Leclerc die Pole am Ende noch um mehr als zwei Zehntel ab. Seine letzte Sektorzeit lag dabei laut einer Auswertung sogar 0,027 Sekunden über seiner zuvor besten Zeit in diesem Abschnitt, was unterstreicht, dass der Zeitgewinn trotz des Gelbbereichs zustande kam.

Damit bleibt Russell auf Startplatz eins, während Verstappens Unfall und die späte Klärung der Gelbflaggen-Prozedur die Diskussion um das Qualifying in Spielberg prägten.