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Kimi Antonelli beendet Italiens 20-jähriges Warten

Giancarlo Fisichella sieht Kimi Antonelli als den Fahrer, der Italiens 20-jähriges Warten auf einen Grand-Prix-Sieger beendet hat und nun auch realistische Chancen auf den WM-Titel besitzt. Der frühere Formel-1-Pilot sagte, er sei nicht verbittert darüber, nicht mehr der letzte italienische Grand-Prix-Gewinner zu sein, nachdem Antonelli 2026 bereits in China, Japan, Miami, Kanada und Monaco gewonnen hat.

Fisichella, Italiens letzter Grand-Prix-Sieger und Sieger des Malaysia-Grand-Prix 2006, sagte im Podcast Beyond The Grid von Tom Clarkson: „Ich würde sagen: endlich!“ Er fügte hinzu: „Ich freue mich darüber, denn 20 Jahre sind zu lang.“ Antonellis Saisonstart beeindruckt ihn auch wegen der Zahlen: Der Mercedes-Pilot gewann fünf Rennen in weniger als 30 Grands Prix und holte dazu fünf Pole-Positions in Folge. Fisichella nannte das „einfach fantastisch“ und „etwas Unglaubliches“, auch im Vergleich zu seiner eigenen Bilanz von drei Siegen in 231 Formel-1-Starts.

Gerade deshalb fällt Antonellis Aufstieg so stark auf. In seiner Debütsaison 2025 wirkte er noch wechselhaft, machte Fehler und kam in einer Serie von neun Grands Prix nur zweimal in die Punkte. Er beendete das Jahr als WM-Siebter, 169 Punkte hinter George Russell. Dazu passte auch Fisichellas Erinnerung an Antonellis ersten Monza-Einsatz im Freitagstraining vor zwei Jahren, als er das Auto crashte. Für Fisichella ist der Unterschied 2026 vor allem mit Erfahrung und einem stärkeren Gesamtpaket zu erklären: Antonelli sei nun selbstsicher und fühle sich im Auto wohl.

Dass der 19-Jährige nicht nur schnell, sondern auch gereift ist, unterstrich Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach Silverstone. Antonelli sicherte sich dort seine fünfte Pole der Saison, obwohl er zunächst unzufrieden gewesen war, als Mercedes ihn im entscheidenden Q3-Run zuerst auf die Strecke schickte. Wolff sagte, Antonelli habe das in der Boxengasse angesprochen und dann sofort abgehakt: „Er kann solche Dinge ausblenden und sie haben keinen Einfluss auf seine Fähigkeit, schnell zu fahren.“ Für Wolff ist genau das ein Hinweis auf sein außergewöhnliches Niveau in erst seiner zweiten Saison. „Ich denke, er hat alle Eigenschaften, um selbst einer der Großen zu werden“, sagte er.

Der Titelkampf hat sich zuletzt trotzdem enger gezogen. Defekte in Barcelona-Catalunya und in Großbritannien ruinierten Antonellis Chancen, in Österreich wurde er von seinem Teamkollegen übertroffen. Dadurch schrumpfte sein Vorsprung in der Fahrerwertung von zwischenzeitlich 61 auf 25 Punkte vor Russell.

Trotz dieser Rückschläge führt Antonelli die Weltmeisterschaft weiter an. Sollte er den Vorsprung bis zum Saisonende verteidigen, würde er als jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte Sebastian Vettels Rekord von 23 Jahren und 134 Tagen aus dem Jahr 2010 unterbieten.