Die FIA-Stewards haben Lewis Hamilton für die Kollision mit George Russell in der ersten Runde des Großen Preises von Belgien mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt, nachdem sie den Ferrari-Piloten für den Zwischenfall in Les Combes verantwortlich gemacht hatten, der Russell sofort aus dem Rennen riss.
Der Kontakt passierte in Kurve 5 auf der ersten Runde des 44-Runden-Rennens in Spa-Francorchamps. Nach der Kemmel-Geraden fuhren Hamilton und Russell Seite an Seite in die Schikane, als Hamiltons linkes Vorderrad Russells rechtes Hinterrad traf. Der Mercedes drehte sich ins Kiesbett, blieb dort stecken und schied auf der Stelle aus. Der Zwischenfall löste ein Safety Car aus, das vier Runden lang auf der Strecke blieb.
Bemerkenswert war die Entscheidung auch deshalb, weil Vorfälle in der ersten Runde von den Sportkommissaren oft großzügiger bewertet werden. Diesmal fiel das Urteil nach einer mehrere Runden dauernden Untersuchung jedoch gegen Hamilton aus. Einem Bericht zufolge war Russells Mercedes mit der Startnummer 63 beim Kontakt klar vor Hamiltons Ferrari mit der Nummer 44, was zusammen mit Russells Ausfall das Urteil beeinflusst haben dürfte. Beschrieben wurde der Vorfall als Zusammenstoß zweier kreuzender Linien: Russell wollte für die folgende Kurve weiter nach außen, Hamilton zog in die entgegengesetzte Richtung.
Hamilton schilderte die Szene anschließend per Funk als „unmögliche Situation“. Der Ferrari-Fahrer erklärte, ein Auto vor ihm habe die Aerodynamik gestört, sodass er keine Richtung und keine Kontrolle mehr gehabt habe und den Kontakt nicht mehr vermeiden konnte.
Für Russell ist der Ausfall ein schwerer Rückschlag im Titelkampf 2026. Der Mercedes-Pilot war mit 25 Punkten Rückstand auf Teamkollege Kimi Antonelli nach Spa gekommen, und Antonelli führte das Rennen nach der ersten Runde von der Pole-Position aus an. Russells Rückstand dürfte damit weiter anwachsen.
Für Hamilton setzt die Strafe zugleich eine unglückliche Serie von Sanktionen in dieser Saison fort. Bereits in Monaco war er wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse bestraft worden, in Silverstone dann wegen einer leichten Bewegung in der Startaufstellung vor dem Start.
© Jonathan Borba