Ferrari startet den Neustart des Titelkampfs in Zandvoort mit einem vorgezogenen großen Upgrade: Beim Großen Preis der Niederlande bekommt der SF-26 einen neuen Unterboden, obwohl das Sprint-Format dem Team nur ein einziges Freies Training lässt, um die Teile zu bewerten und das Setup für Charles Leclerc und Lewis Hamilton abzustimmen.
Der neue Unterboden ist eine Weiterentwicklung der Version, die Ferrari im Juni in Barcelona eingeführt hatte. Ziel ist es, mehr Abtrieb über die Karosserie zu erzeugen und die Gesamtperformance des SF-26 zu verbessern. Gerade Zandvoort gilt dafür als wichtiger Härtetest, weil der Kurs mit seinen vielen Kurven zeigen soll, ob Ferrari das Arbeitsfenster des Autos auf Strecken verbreitert hat, auf denen Topspeed und lange Geraden weniger entscheidend sind.
Die Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Ferrari in der Konstrukteurswertung 72 Punkte hinter Mercedes liegt. Damit wird das erste Rennwochenende nach der Sommerpause sofort zu einer Standortbestimmung dafür, ob die Entwicklungsdynamik aus Maranello den Rückstand im zweiten Teil der Saison verkleinern kann.
Nach Informationen von RacingNews365, auf die sich Technikexperte Paolo Filisetti bezieht, war die überarbeitete Unterboden-Version ursprünglich nicht für Zandvoort vorgesehen. Ferrari zog den Einsatz vor, nachdem der Vergleich der Daten aus Österreich und Großbritannien, zwei Strecken mit gegensätzlichen Eigenschaften, weitere Schwachstellen des SF-26 offengelegt hatte. Am Red Bull Ring hatte das Auto das Niveau von Barcelona auch wegen der gewählten Abstimmung nicht bestätigen können. Daraufhin entschied sich Ferrari, den Unterboden anzupassen und die benötigten Teile noch vor der vorgeschriebenen Werksschließung in Produktion zu geben.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur machte klar, dass das Team trotz des Risikos eines Sprint-Wochenendes an diesem Entwicklungskurs festhält. „Wir wollen zu jedem Rennen neue Entwicklungen bringen. Unsere Gegner bringen sehr große Pakete und bevorzugen eine andere Strategie. Es sind noch viele Rennen in dieser Saison zu fahren und wir haben beim Chassis noch viel Spielraum für Verbesserungen, also werden wir weiter pushen“, sagte Vasseur.
Zandvoort ist dabei nur der erste Schritt eines größeren Plans für die zweite Saisonhälfte. Für Monza bereitet Ferrari über das zweite ADUO-Fenster ein Update des Verbrennungsmotors vor, dessen wichtigste Änderung eine Turbine mit größerem Durchmesser ist. Sie soll die Leistung auf den Geraden verbessern und Mercedes' Vorsprung weiter unter Druck setzen, auch wenn Ferrari den Rückstand damit nicht auf einen Schlag beseitigen wird.
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