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Antonelli verrät Federers Titelkampf-Rat

Kimi Antonelli geht mit einer klaren Botschaft von Roger Federer in den Belgien-Grand-Prix: ein Rennen nach dem anderen, nur das Kontrollierbare im Blick behalten und die eigenen Emotionen im Zaum halten. Genau diesen Rat, sagte der Mercedes-Pilot vor dem Wochenende in Spa-Francorchamps, habe ihm der 20-malige Grand-Slam-Sieger bei einem Treffen in Wimbledon mitgegeben.

Für Antonelli kommt dieser Hinweis zu einem heiklen Zeitpunkt der Saison. Der 19-Jährige führt die Formel-1-Fahrerwertung nach neun Rennen mit 25 Punkten Vorsprung auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell an und kämpft damit um seinen ersten WM-Titel. In dieser Lage bekommt ein Gespräch über Druck und Fehlervermeidung sofort sportliches Gewicht.

Antonelli traf Federer bei seinem ersten Besuch in Wimbledon, als er in die Royal Box eingeladen wurde und neben dem Schweizer auf dem Centre Court saß. Vor dem Belgien-Grand-Prix schilderte er, dass es nicht bei einem kurzen Austausch geblieben sei. Federer habe mit ihm über dessen Rennen gesprochen, über seine eigene Karriere und über sein Leben allgemein.

„Über Druck hat er mir einfach gesagt, ich soll mich wirklich auf ein Rennen nach dem anderen konzentrieren, mich nur auf das fokussieren, was ich kontrollieren kann, und auch meine Emotionen kontrollieren, besonders die, die dazu führen können, dass du Fehler machst“, sagte Kimi Antonelli, Mercedes-Fahrer, in Medienterminen vor dem Belgien-Grand-Prix, darunter auch gegenüber RacingNews365.

Dass dieser Rat bei Antonelli hängen blieb, ist auch vor dem Hintergrund seines jüngsten Rückschlags nachvollziehbar. Das Treffen in Wimbledon fand nach einem enttäuschenden Großbritannien-Grand-Prix statt, den er nur als 15. beendete. Dort hatte sich eine Radabdeckung gelöst, hinzu kam eine Strafe wegen Track Limits. Für einen Fahrer, der die Gesamtwertung anführt, war das ein Wochenende, an dem sich schnell zeigen konnte, wie schmal der Grat zwischen Schadensbegrenzung und weiterem Punkteverlust ist.

Antonelli machte deutlich, dass ihn nicht nur die Botschaft, sondern auch die Art des Gesprächs beeindruckte. Es sei großartig gewesen, überhaupt mit Federer sprechen zu können, sagte er, und lobte ihn nicht nur als außergewöhnlichen Sportler, sondern auch als Menschen. Federer sei „sehr bescheiden und sehr offen“ gewesen, sagte er.

Gerade deshalb wirkt der Austausch mehr als eine nette Wimbledon-Episode. Antonelli steht trotz seines Vorsprungs erst am Anfang eines Titelkampfs, in dem jedes Wochenende neue Drucksituationen erzeugt. Federers Rat zielt genau auf den Bereich, der in einer langen Saison oft über die Meisterschaft entscheidet: nicht das Tempo allein, sondern der Umgang mit Fehlern, Rückschlägen und Emotionen im Moment, in dem der Druck am größten wird.