Charles Leclerc hat vor dem Grand Prix von Belgien offen über den Wandel seiner Beziehung zu Max Verstappen gesprochen und dabei erklärt, dass aus der erbitterten Feindschaft ihrer Kart-Tage inzwischen großer gegenseitiger Respekt geworden ist.
Im Gespräch mit Sky Sport Italia in Spa-Francorchamps schilderte der Ferrari-Pilot, wie scharf die direkte Rivalität zwischen den beiden in den höchsten Kartklassen einst war. Beide seien damals kompromisslos auf Sieg gefahren, was regelmäßig zu Reibungen geführt habe. Entsprechend hart fiel Leclercs Rückblick aus: „Früher war ich fest davon überzeugt, dass er ein schlechter Mensch war, und er dachte genau dasselbe über mich.“ Heute sei diese Wahrnehmung jedoch eine völlig andere.
Leclerc machte deutlich, dass die Veränderung nicht nur mit der Zeit, sondern auch mit einem anderen Verständnis füreinander zu tun hat. Wenn das Visier unten sei, gebe es auf der Strecke keine Freundschaft, sagte er sinngemäß, doch abseits des Cockpits habe sich ihr Verhältnis mit den Jahren deutlich entwickelt. Beide seien erwachsener geworden, und gerade das habe den Blick auf den anderen verändert.
Dass aus der alten Abneigung echter Rennsport-Respekt geworden ist, zeigte Leclerc auch mit seinem Blick auf mögliche direkte Duelle. Er sagte, er würde Verstappen gerne in der allerletzten Kurve bekämpfen, weil beide im Zweikampf nie nachgeben. Gerade diese Härte sei es, die seine Achtung für die Art, wie Verstappen Rennen fährt, geprägt habe.
Brisant wurde es, als Leclerc auf die Möglichkeit angesprochen wurde, Verstappen eines Tages als Teamkollegen bei Ferrari zu haben. Statt auszuweichen, lobte er den Red-Bull-Fahrer klar. Verstappen sei „ein außergewöhnlicher Fahrer“, sagte Leclerc, und verwies auf dessen vier Weltmeistertitel. Angst vor einem solchen Szenario habe er ausdrücklich nicht. Leclerc betonte, dass er in seiner Karriere immer sehr starke Teamkollegen gehabt habe und ihn die Vorstellung deshalb nicht abschrecken würde.
Gerade darin liegt der eigentliche Kern seiner Aussagen in Spa: Leclerc sprach nicht nur über eine alte Rivalität, sondern darüber, wie sehr sich ihr Charakter verändert hat. Aus zwei Fahrern, die sich als Kinder vor allem als Gegner sahen, sind Konkurrenten geworden, die die Stärke des anderen klar anerkennen. Dass Leclerc ausgerechnet bei der Frage nach einem Ferrari-Cockpit für Verstappen so offen reagierte, unterstreicht, wie weit diese Entwicklung gegangen ist.
Er sagte sogar, eine gemeinsame Ferrari-Zeit wäre „eine schöne Geschichte“, weil beide 2010 zusammen angefangen und danach alle Kart-Klassen gemeinsam durchlaufen hätten. Gleichzeitig stellte Leclerc klar, dass er zunächst seine aktuelle Partnerschaft bei Ferrari genießen will. Auf die Frage, ob er Verstappen gerne bei Ferrari sehen würde, antwortete er: „Lassen wir uns erst einmal an Lewis erfreuen.“ Damit bleibt Verstappen für ihn heute sportlicher Rivale, aber längst nicht mehr der Gegner aus den Kartjahren, den er einst für einen schlechten Menschen hielt.
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