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BYD treibt F1-Pläne mit Monaco-Gesprächen voran

BYD hat seine Formel-1-Pläne beim Monaco-Grand-Prix-Wochenende 2026 auf die höchste Ebene gehoben: Vizepräsidentin Stella Li traf am Freitag F1-CEO Stefano Domenicali und am Samstag FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem. Damit ist das Interesse des chinesischen Herstellers klar über allgemeine Sondierungen hinausgegangen.

Li hatte das F1-Interesse von BYD bereits Anfang des Jahres gegenüber chinesischen Medien bestätigt. Die Gespräche in Monaco deuten nun darauf hin, dass der Konzern einen Einstieg als Automobilhersteller ernsthaft prüft und nicht nur über eine reine Sponsoring-Präsenz nachdenkt.

In einem exklusiven Gespräch mit PlanetF1.com sagte Stella Li, BYD halte sich beim möglichen Weg in die Serie bewusst mehrere Optionen offen. „Wir suchen jede Gelegenheit, um zu sehen, ob die Technologie von BYD der FIA helfen kann, allen anderen Teams helfen kann“, sagte die BYD-Vizepräsidentin. „Das zweite Ziel ist, dass wir als BYD hier auch eine Marke aufbauen müssen. Das ist also der Rahmen.“

Gerade dieser offene Ansatz ist für die sportliche Bewertung entscheidend. Ein komplett neues Werksteam ist damit nicht als einziger oder bevorzugter Weg festgelegt. Im Fahrerlager werden neben einem Neueinstieg auch andere Modelle diskutiert, etwa ein Einstieg in bestehende Strukturen oder eine technische Partnerschaft. Klar ist aber auch: Kein Team steht derzeit öffentlich zum Verkauf, und ein neues Expressions-of-Interest-Verfahren für Neueinsteiger gilt unter dem gemeinsamen FIA-FOM-Rahmen des neuen Concorde Agreements nicht als unmittelbar bevorstehend.

Trotz der hochrangigen Gespräche gibt es in der Formel 1 weiter Skepsis über die praktische Umsetzbarkeit eines BYD-Projekts. Nach Einschätzung ranghoher Quellen fehlt dem Unternehmen bislang das motorsportliche Fundament, also Erfahrung im Rennsport, Know-how für den Betrieb eines Teams und die nötige Infrastruktur. Entsprechend wird intern auch die Möglichkeit genannt, dass BYD vor allem Informationen sammelt oder den Kontakt zur F1 zunächst zur Markenpositionierung nutzt. Ein vollständiger Einstieg gilt deshalb eher als längerfristiges Thema.

Genau deshalb sind die Treffen in Monaco so relevant. Sie zeigen, dass BYD im Machtzentrum der Formel 1 angekommen ist und seine Möglichkeiten direkt mit den beiden wichtigsten Institutionen des Sports auslotet. Gespräche mit Domenicali und Ben Sulayem sind ein anderes Signal als bloße Marktgerüchte oder loses Interesse.

Sollte BYD diesen Prozess am Ende in ein konkretes F1-Projekt überführen, hätte das spürbare Bedeutung für das Starterfeld und für den Markt der Serie. Die Formel 1 hat bereits globale Hersteller wie Mercedes, Ferrari, Honda, Ford, Audi und GM an Bord. Ein Einstieg von BYD würde erstmals einen großen chinesischen Autohersteller in diese Gruppe bringen und damit auch die Wachstumsambitionen der Formel 1 im chinesischen Markt unterstreichen.