Lewis Hamilton hat in Barcelona bei seinem 31. Start für Ferrari seine 41 Rennen lange Sieglos-Serie beendet, seinen ersten Grand Prix für die Scuderia gewonnen und danach offen eingeräumt, dass er zwischenzeitlich an seiner eigenen Siegfähigkeit gezweifelt hatte.
Der 41-Jährige holte auf dem Circuit de Catalunya seinen 106. Grand-Prix-Sieg und bescherte Ferrari zugleich den ersten Erfolg seit dem Großen Preis von Mexiko 2024. Hamilton startete von Platz zwei hinter George Russell, Ferrari brachte ihn mit einer entscheidenden Drei-Stopp-Strategie in Position, und der Brite setzte den Plan mit einer fehlerfreien Fahrt um.
Dass dieser Sieg über den Tageserfolg hinausgeht, machte Hamilton selbst nach dem Rennen deutlich. Nach dem schwierigen Vorjahr habe es Momente gegeben, in denen er sich gefragt habe, ob die Zweifel über sein Leistungsniveau vielleicht berechtigt seien. „Nach einem Jahr wie dem letzten gab es definitiv Momente, in denen ich dachte: Vielleicht stimmt es, dass man es ab einem gewissen Punkt verliert“, sagte Hamilton. „Ich habe bewiesen, dass das nicht so ist. Du hast es immer noch. Es braucht Arbeit, Ausdauer und den ständigen Glauben an dich selbst, um wieder an diesen inneren Punkt zu kommen.“
Der Sieg war damit auch die Bestätigung eines langen Anpassungsprozesses bei Ferrari. Hamilton sagte, die Kritik in seiner schwierigen Anfangszeit habe ihn durchaus getroffen. „Ich bin auch nur ein Mensch. Es gibt Momente, in denen ich das Zeug sehe, Momente, in denen ich zugelassen habe, dass es mich tief trifft“, sagte er. Halt habe er bei Familie und engen Freunden gefunden, bevor er sich seit Weihnachten mit noch härterem Training neu ausgerichtet habe. „Dann bin ich ab dem ersten Weihnachtstag auf Mission gegangen. Das Training, das ich absolviert habe, war härter als alles, was ich je erlebt habe.“
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur wertete den Durchbruch deshalb vor allem als Ergebnis von Widerstandskraft. Hamilton habe „schwierige Momente durchstehen“ müssen, sagte Vasseur, und der Beginn bei Ferrari sei „nicht immer einfach“ gewesen. Der Franzose beschrieb einen Fahrer, der zeitweise zu kämpfen hatte, aber seine Energie nie aus dem Projekt genommen habe und im Werk jeden Tag weiter gepusht habe.
Für Hamilton ist Barcelona damit mehr als ein symbolischer erster Sieg in Rot. Er verknüpfte den Erfolg ausdrücklich mit seiner mentalen Rückkehr zu alter Stärke. „Ich habe meinen Kopf wieder bis zu diesem Punkt aufgebaut, um mich dorthin zurückzubringen, wo ich einmal war“, sagte er. Im Titelkampf hat der Sonntag ebenfalls Gewicht: Nach dem späten Ausfall von Tabellenführer Andrea Kimi Antonelli liegt Hamilton nur noch 41 Punkte zurück.
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