Gabriel Bortoleto hat Audi beim Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps mit Platz acht zum zweiten Punkteresultat in Folge geführt und dem Team damit ausgerechnet auf einer eigentlich ungünstigen Strecke den bislang klarsten Beleg seines Fortschritts geliefert.
Der Brasilianer knüpfte an sein starkes Qualifying an, erreichte nach dem Q3-Einzug auch im Rennen das Maximum und holte wie schon in Silverstone vier WM-Punkte. Gerade das verleiht dem Ergebnis besonderes Gewicht, denn Audi hatte Spa wegen der langen Geraden und der fehlenden Topspeed-Stärke des R26 eher als problematische Strecke eingeschätzt.
Bortoleto sprach nach dem Rennen selbst von einem wichtigen Schub. Gabriel Bortoleto, Audi-Fahrer, sagte, die aufeinanderfolgenden Punkteresultate seien „eine enorme Ermutigung für uns alle“. Er fügte hinzu: „Das ist genau dort, wo wir sein wollen, und dort, wo wir hingehören.“ Nach seiner Einschätzung habe das Team am Wochenende „alles maximiert“, was verfügbar gewesen sei. Dass dies vor angereisten Mitarbeitern aus Hinwil, Bicester und Neuburg gelungen sei, mache das Resultat noch spezieller.
Auch Audi-Renndirektor Allan McNish wertete den Auftritt als Signal. Ein weiterer Punkterang sei „ein fantastisches Resultat für das Team“ auf einer Strecke, „von der wir nicht erwartet hatten, dass sie zu unserem Auto passt“. Damit untermauerte Spa den Eindruck der vergangenen Wochen, dass Audi im engen Mittelfeld nicht mehr nur gelegentlich an die Top 10 anklopft, sondern sich dort zunehmend festsetzt.
Auf der anderen Seite der Garage fiel das Bild komplizierter aus. Nico Hülkenberg kam nur auf Platz 13, obwohl er die Rennpace grundsätzlich als konkurrenzfähig einstufte. Der Deutsche zahlte nach eigener Einschätzung vor allem den Preis für die Startposition weiter hinten und verlor zusätzlich Positionen in der Anfangsphase, was die Aufholjagd erschwerte.
Hülkenberg sagte, im Mittelfeld habe es zwar viele Kämpfe gegeben, doch nach dem Virtual Safety Car sei er nach dem Stopp direkt hinter Pierre Gasly und Liam Lawson zurück auf die Strecke gekommen. Dort sei er in deren Duell festgehangen, und wegen der fehlenden Geradeausgeschwindigkeit sei es „schwierig gewesen, noch weiter nach vorne zu kommen“. Immerhin sah er darin auch ein positives Signal: Das Tempo selbst habe sich „für unsere Maßstäbe ziemlich gut“ angefühlt.
Dass Bortoleto trotzdem erneut punktete, macht den Unterschied für Audi umso wertvoller. Auf einer Strecke, die die Schwächen des Pakets offenlegen sollte, brachte das Team wieder ein Top-8-Ergebnis ins Ziel und reist damit mit spürbarem Momentum nach Budapest, wo es die erste Saisonhälfte mit dem nächsten Schritt im Mittelfeld abschließen will.
© Jonathan Borba