Toto Wolff hat die Medien aufgefordert, Kimi Antonelli trotz seines furiosen Saisonstarts nicht mit Ayrton Senna zu vergleichen oder vorschnell zum Phänomen zu erklären, obwohl der 19-Jährige die Formel-1-WM 2026 nach fünf Siegen in Serie anführt.
Der Mercedes-Teamchef lobte Antonellis Form ausdrücklich, wollte die Erwartungen aber dämpfen. „Bitte zieht keine Vergleiche mit Ayrton Senna oder ‚Il Fenomeno‘“, sagte Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, an die Adresse der italienischen Presse. Zugleich verwies er auf die außergewöhnliche Leistung seines Fahrers: Fünf Siege nacheinander seien „unglaublich für einen jungen Mann“, aber „wir haben noch keine Meisterschaft gewonnen, und er ist 19“.
Antonelli hat fünf der ersten sieben Rennen der Saison gewonnen und führt die Fahrerwertung weiterhin mit 41 Punkten an. Wolff betonte allerdings, dass dieser Vorsprung durch das unerwartete Aus beim Großen Preis von Spanien in Barcelona zuletzt kleiner geworden sei.
Für Wolff ist der Durchbruch keine plötzliche Sensation, sondern die erwartbare Entwicklung eines sehr jungen Fahrers. Das Talent sei schon in den Kartjahren und den Nachwuchsformeln sichtbar gewesen. Mercedes habe dem Prozess nur Zeit geben müssen. Schon im vergangenen Jahr habe er gesagt, man werde bei Antonelli sowohl brillante Momente als auch Phasen erleben, in denen man sich wegen Fehlern „die Haare raufen“ werde. „Genau so ist es passiert“, sagte er.
Wolff verwies dabei auch auf den besonderen Druck von Antonellis erstem Formel-1-Jahr. Der Italiener sei mit 18 in „dieses Monster namens Formel 1“ geworfen worden, unter der Lupe aller, in einem Team, das Rennen gewinnen könne. Vor allem nach der Rückkehr nach Europa sei die „Lawine an Interesse und Anfragen“ schlicht zu viel geworden.
Deshalb versucht Mercedes nun gezielt, den WM-Spitzenreiter abzuschirmen. Antonelli wisse heute deutlich besser, wie das System funktioniere, was von ihm verlangt werde und was er selbst brauche, um seine beste Leistung abzurufen. Wolff sagte, das Team versuche ihn so gut wie möglich vor Medien- und Marketingpflichten zu schützen.
Rückendeckung für Antonellis Leistungsniveau kommt auch von außen. Valtteri Bottas, Cadillac-Pilot, sagte GPblog, die Saison des Italieners sei „wirklich beeindruckend“ und er sei von dem Schritt nach vorn „sogar ein bisschen überrascht“. Besonders Monaco hob Bottas hervor: Dort sei Antonelli auf einer einzigartigen Strecke sehr schnell gewesen, habe Reife gezeigt und „keine Fehler“ gemacht. Bottas erwartet zwar, dass sich ein Fahrer im zweiten Jahr steigert, sagte aber auch, Antonelli habe „jeden überrascht, auch das Team“.
Für Mercedes ist genau das die Herausforderung in der Titeljagd: Antonellis Niveau ist hoch genug, um die WM anzuführen, aber Wolff will verhindern, dass der Hype um den 19-Jährigen schneller wächst als seine Karriere.
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