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Webber traut Piastri neuen WM-Angriff 2026 zu

Mark Webber ist überzeugt, dass Oscar Piastri 2026 trotz seines Einbruchs im Titelkampf 2025 und eines schwierigen Saisonstarts wieder um die Formel-1-Weltmeisterschaft fahren kann.

Webber sagte gegenüber RN365, Piastri sei im vergangenen Jahr über weite Strecken der Favorit auf den Titel gewesen. Nach seinem Sieg beim Grand Prix der Niederlande, seinem siebten Saisonsieg, führte der McLaren-Pilot die Gesamtwertung mit 34 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Lando Norris an, während Max Verstappen bereits 104 Zähler zurücklag. Doch im letzten Saisondrittel drehte sich das Bild komplett: Norris wurde Weltmeister, Verstappen kam einem fünften Titel in Serie bis auf zwei Punkte nahe.

Wie deutlich Piastris Absturz ausfiel, zeigte vor allem die Schlussphase. In den letzten neun Rennen kam er nur noch auf drei Podestplätze. Dazu kamen ein Ausfall in Baku, vier Rennen in Folge ohne Podium und die Disqualifikation in Las Vegas, während sich der Titelkampf vor Abu Dhabi zu einem Dreikampf zuspitzte.

Piastri selbst beschrieb seinen ersten echten WM-Kampf im High Performance Podcast als „ein zweischneidiges Schwert“. Einerseits gebe er Selbstvertrauen und mache Spaß, andererseits könne er mental heikel werden. So habe sich selbst Platz zwei manchmal „wie ein schlechtes Wochenende“ angefühlt. Wenn solche Gedanken aufkamen, habe er sich gesagt: „Beruhige dich, denn es ist noch ein sehr langer Weg.“ Rückblickend fügte er hinzu: „Leider hat mir der weitere Verlauf recht gegeben.“

Webber zog dabei den Vergleich zu seiner eigenen verpassten Titelchance 2010. „Meine verpasste Gelegenheit kam viel später in meiner Karriere, während seine sehr früh gekommen ist, was für ihn bereits ein großer Erfolg ist“, sagte der Australier. Piastri habe damit früh eine Erfahrung gemacht, aus der er schnell lernen und auf die er reagieren könne. „Wenn man extrem hoch zielt und knapp scheitert, dann muss man daraus schnell lernen und zurückschlagen. So steht man wieder auf, und genau das hat er getan, genau das tut er gerade. Das haben wir gesehen.“ Webber sprach auch von einem Winter der Reflexion nach „einer so langen Kampagne“.

Der Beginn von 2026 lief dennoch alles andere als sauber. Piastri absolvierte in den ersten beiden Grands Prix keine einzige Rennrunde. In Australien rutschte er bereits in der Formationsrunde von der Strecke, in China verhinderten technische Probleme mit der neuen Mercedes-Antriebseinheit bei McLaren den Start von Piastri und Norris.

Seither hat sich das Bild aber stabilisiert. Piastri wurde in Suzuka Zweiter und in Miami Dritter, liegt damit auf Rang sechs der Fahrerwertung und bereits 57 Punkte hinter Spitzenreiter Kimi Antonelli. Webber wertete vor allem Japan als Signal. „Offensichtlich waren zwei Ausfälle nicht die beste Art, zu beginnen, aber danach war Suzuka eine phänomenale Leistung von ihm“, sagte er.

Entscheidend wird nun sein, ob McLaren das Auto im Saisonverlauf näher an Mercedes heranbringen kann. Genau darauf setzt Webber. „Ich habe volles Vertrauen in das Team, dass McLaren das Auto wieder auf das Niveau von Mercedes bringt und erneut um den WM-Titel kämpfen kann, damit er es noch besser machen kann.“