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Steiner fordert FIA-Reform nach Silverstone-Finale

Nach dem Safety-Car-Ende des Großbritannien-GP in Silverstone fordert Günther Steiner von der FIA feste Vollzeit-Kommissare und mehr Einsatz von künstlicher Intelligenz, um späte Rennneutralisationen künftig schneller und klarer zu lösen.

Der frühere Haas-Teamchef nutzt das umstrittene Finale als Beleg dafür, dass die Formel 1 noch immer keine saubere Antwort auf solche Situationen gefunden hat. Im Podcast The Red Flags sagte Steiner: „Wir müssen also bald eine Initiative starten“ und sprach sich für „Vollzeit-Rennkommissare“ aus, die dauerhaft an einem Konzept arbeiten. Zugleich betonte er, dass seine Kritik nicht den Stewards gelte: „Sie können nichts dafür; verantwortlich ist der Rennleiter.“

Ausgelöst wurde die Debatte durch Max Verstappens Ausfall in Stowe in Runde 48 von 52. Danach kam das Safety Car auf die Strecke. In der TV-Übertragung erschien kurz die Einblendung, das Safety Car werde hereinkommen, was Erwartungen auf eine letzte Runde unter Grün weckte. Dazu kam es nicht. Die FIA erklärte später, die Anzeige sei wegen eines Softwarefehlers eingeblendet worden und es habe nicht genug Runden gegeben, um den Unlapping-Prozess vor einem Restart abzuschließen.

Genau an diesem Punkt setzt Steiners Reformvorschlag an. Er meint, permanente Kommissare könnten dem Rennleiter helfen, Wege zu finden, ein Silverstone-Finale dieser Art zu vermeiden. Dabei verwies er auf überrundete Autos: Wenn diese „bereits eine halbe Runde aufgeholt haben und nur noch eine Runde zu fahren ist, werden sie von den Führenden nicht mehr eingeholt. Sie stehen also nicht im Weg.“ Dann könne man das Rennen wieder freigeben. Gleichzeitig räumte er ein, dass der Rennleiter in Silverstone „offensichtlich strikt an das Reglement gehalten“ habe.

Steiner zweifelte allerdings offen an der Erklärung zum fehlerhaften TV-Hinweis. Er sagte: „Ich glaube, sie sagten: ,Oh, starten wir das Rennen neu.‘ Und jemand anderes sagte: ,Das geht nicht, denn das Reglement verbietet das.‘“ Daraus sei dann sinngemäß geworden: „Stoppt einfach alles. Ich möchte mich nicht blamieren.“ Einen Beleg dafür lieferte Steiner nicht, stellte die Software-Fehler-Erklärung der FIA aber klar infrage.

Seine größere Forderung geht deshalb über Personal hinaus. Steiner will, dass die FIA Abläufe für späte Rennphasen vorab technisch durchplant. „Wir hatten vor fünf Jahren das größte Debakel in der Formel 1 der letzten 50 Jahre, und haben wir eine vernünftige Lösung gefunden? Nein“, sagte er. Mit Vollzeitkräften, einem Softwareprogramm oder KI lasse sich für solche Situationen schneller eine Antwort finden. „Man muss eine Million Szenarien durchspielen. Ein Mensch kann das nicht.“ Damit macht Steiner aus dem Silverstone-Ende mehr als eine Einzelfallkritik: für ihn ist es ein weiteres Argument, die Entscheidungslogik der Rennleitung grundsätzlich neu aufzustellen.