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Verstappen warnt vor BoP bei Nürburgring-Debüt

Max Verstappen geht nach eigenen Worten voll vorbereitet in seinen ersten Start bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring, sieht die entscheidenden Fragezeichen aber nicht bei sich selbst, sondern bei der Balance of Performance und der Haltbarkeit über die Renndistanz.

Der viermalige Formel-1-Weltmeister startet am 16. Mai im Mercedes-AMG GT3 Evo in der SP9-GT3-Pro-Klasse gemeinsam mit Lucas Auer, Dani Juncadella und Jules Gounon. Vor seinem Debüt im Nordschleifen-Klassiker machte er klar, dass das Team aus seiner Sicht alles getan hat, was vorab möglich war. "Wir haben uns so gut wie möglich vorbereitet, aber am Ende hängt es natürlich auch von der BoP ab, wo wir stehen werden", sagte Verstappen. "Ich denke, auf der Fahrerseite sind wir gut, das Team ist stark. Wir müssen nur sicherstellen, dass das Auto in einem Stück bleibt, besonders für ein 24-Stunden-Rennen."

Dass Verstappen trotz der Unwägbarkeiten selbstbewusst auftritt, kommt nicht aus dem Nichts. In seinen jüngsten GT-Einsätzen auf der Nordschleife fuhr er sofort an der Spitze mit, lieferte sich zweimal Kämpfe um die Führung mit dem erfahrenen GT3-Piloten Christopher Haase und gehörte in NLS2 mit Gounon und Juncadella zur siegreichen Fahrerkombination, ehe das Ergebnis wegen zu vieler verwendeter Reifensätze annulliert wurde.

Gerade deshalb richtet sich der Blick vor seinem ersten 24-Stunden-Rennen weniger auf seine reine Geschwindigkeit als auf die typischen Fallstricke des Langstreckensports. Mehrfach-Sieger Markus Winkelhock lobte Verstappens schnelle Anpassung an GT3 und Nordschleife, verwies aber auch auf den Bereich, in dem ein Rennen über einen Tag gewonnen oder verloren werden kann: den Verkehr. Auf dem Nürburgring seien "160, 180 Autos auf der Strecke", sagte Winkelhock, dazu kämen Geschwindigkeitsunterschiede von "80 km/h oder sogar mehr". In diesem Verkehr könne man "viel Zeit gewinnen und verlieren".

Winkelhock zeigte sich dennoch beeindruckt davon, wie schnell Verstappen diese Seite des Rennens verstanden hat. "Ich muss sagen, ich bin wirklich beeindruckt davon, wie er das gemacht hat", sagte der Nürburgring-Experte. Der Wechsel aus einem Formel-1-Auto in einen GT3 sei schon für sich genommen schwierig, dazu komme mit der Nordschleife eine Strecke, die "keine normale Rennstrecke" sei. "Was er macht, ist irre. Es ist unglaublich."

Besonders deutlich wurde das für Winkelhock bei der Analyse von Verstappens Duell mit Haase. Nach 45 Minuten Onboard-Material sei für ihn klar gewesen, wie weit Verstappen in diesem Umfeld bereits ist. "Max versteht, wie man den Fluss durch den Verkehr mitnimmt", sagte er. "Es war verrückt zu sehen, wie viel Erfahrung er schon hat. Wirklich, wirklich stark."

Verstappens Nürburgring-Debüt steht damit nicht nur für einen Gaststart neben der Formel 1, sondern für ein größeres Ziel. Er machte deutlich, dass er künftig mehr Langstreckenrennen fahren will, wenn es der Grand-Prix-Kalender zulässt. "Und dann will ich natürlich mehr machen, aber es hängt auch ein bisschen vom Formel-1-Kalender ab", sagte Verstappen. "Wenn es zum Beispiel ein freies Wochenende für die 24 Stunden von Spa gegeben hätte, dann hätte ich das dieses Jahr auch schon gemacht. Also alles, was es mir erlaubt zu fahren, würde ich liebend gern machen." Das passt zu den bereits bestätigten Gesprächen mit Ford über einen möglichen künftigen Start bei den 24 Stunden von Le Mans.