© Jake Archibald from London, England

Verstappen rechtfertigte Red-Bull-Tausch sofort

Max Verstappen gewann am 15. Mai 2016 den Großen Preis von Spanien bei seinem Debüt für Red Bull im Alter von 18 Jahren und 228 Tagen und wurde damit zum jüngsten Grand-Prix-Sieger der Formel-1-Geschichte sowie zum ersten Niederländer mit einem GP-Sieg.

Gerade deshalb blieb dieser Erfolg weit mehr als nur ein überraschender Rennsieg. Red Bull hatte Verstappen erst nach vier Saisonrennen ins A-Team befördert und Daniil Kvyat zurück zu Toro Rosso versetzt, nachdem Kvyat nach seinem Zwischenfall mit Sebastian Vettel in Sotschi intern massiv unter Druck geraten war. Der Tausch schickte Schockwellen durchs Fahrerlager, und Barcelona wurde sofort zum ersten großen Test dieser Entscheidung.

Im Rennen öffnete sich die Tür schon in der ersten Runde. Lewis Hamilton und Nico Rosberg kollidierten nach ihrem Duell an der Spitze und schieden beide aus. Damit war der Weg frei für einen Nicht-Mercedes-Sieg, und plötzlich wurde aus Verstappens Red-Bull-Einstand eine echte Siegchance.

Red Bull spielte diese Chance strategisch aus. Während Daniel Ricciardo auf eine Drei-Stopp-Strategie gesetzt wurde, fuhr Verstappen ein Zwei-Stopp-Rennen, übernahm laut den vorliegenden Berichten in Runde 38 die Führung und musste danach vor allem Kimi Räikkönen abwehren. Der Ferrari-Pilot setzte ihn über die letzten 22 Runden unter Druck, oft bei einem Abstand von weniger als einer Sekunde, doch Verstappen blieb fehlerfrei und brachte den Sieg nach 66 Runden in 1:14:40,017 Stunden ins Ziel.

Verstappen selbst machte direkt nach dem Rennen klar, wie unerwartet der Moment für ihn war. Max Verstappen, Red-Bull-Racing-Pilot, sagte: „Es ist unglaublich, ich konnte kaum glauben, dass ich in Führung lag.“ Dazu sagte er: „Ich hatte ein Podium angepeilt, aber gleich zu gewinnen, ist ein unglaubliches Gefühl.“

Christian Horner, damals Teamchef von Red Bull, hob vor allem die Ruhe seines neuen Fahrers hervor. „Der größte Aspekt seiner Leistung war seine Gelassenheit“, sagte Horner. „Wir wurden alle nervös, als noch fünf Runden zu fahren waren, weil die Reifen am Ende ihrer Lebensdauer waren.“ Entscheidend sei gewesen, dass es „keine Unruhe in seiner Stimme, keine Panik, keine Anspannung“ gegeben habe.

Rückblickend war Barcelona damit der Moment, in dem Red Bulls umstrittener Fahrertausch auf der Stelle legitimiert wurde. Verstappens erster Start für das Team endete nicht nur mit einem Rekord, sondern setzte auch den Anfangspunkt einer Ära, in der er mit Red Bull vier Weltmeistertitel und 71 Grand-Prix-Siege geholt hat.